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Ein Grund, den günstigen Pastelgrund selbst zu machen.

Dieses Thema im Forum "Pastellkreide - Sonstiges" wurde erstellt von 4212, 23 Juli 2018.

Status des Themas:
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  1. 4212

    4212 Aktives Mitglied

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    Hallo Freunde,

    Leinwand #1 strahlt in neuem Glanz und ist nahezu perfekt geworden. Bevor ich sie vom Boden abziehe, lasse ich sie jedoch gut durchtrocknen. Das volltändige Durchtrocknen nach jedem Arbeitsschrit ist der Schlüssel zum Erfolg und daher sehr sehr wichtig.
    Ab jetzt werden die neuen Leinwände noch besser, da die 0.3 mm dicke PVC-Folie inzwischen eingetroffen ist. Sie gleicht kleine Unebenheiten des Bodens aus und man kann besser darauf arbeiten. Bald kann ich mit den richtig großen Leinwänden beginnen. Die brauchen bestimmt 2 Tage zum Durchtrocknen.

    Wie "durstig" die Leinwände bei der sog. Nassgrundierung sind, zeigen die folgenden Mengenangaben:
    Maltuch vor der 1. Grundierung: 0.6 - 1 l Wasser / m² (je nach Dicke und Dichtigkeit des Gewebes mehr oder weniger)
    Leinwand vor der Pastelgrundierung: ca. 0.4 - 0.6 l Wasser / m² (auch abhängig, wie viele Grundierschichten schon drauf sind, mehr oder weniger)

    Hinzu kommt, dass die Leinwand beim Nassgrundieren schon zu trocknen beginnt und man mit Wassersprüher tätig werden muß. Bei großen Leinwänden geht es ohne wieder ansprühen nicht mehr. Solange man grundiert (egal Vorgrundierung oder Pastellgrundierung), darf die Leinwand nicht antrocknen (auch ganz wichtig). Nur dann läßt sich eine schöne gleichmäßige Grundierung erreichen und die Leinwand verzieht sich auch nicht.

    Grundiermengen für Nassgrundierungen:
    Dosierung bei Vorgrundierung mit Fassadenfarbe:
    Schwammroller mit Grundierfarbe ganz normal durch Rollen aufnehmen. Die vom Schwammroller aufgenommene Farbmenge reicht bei einer Bahnbreite von ca. 11 cm für 1 - 1.5 m Bahnlänge aus.
    In der Regel reicht schon eine dünne Schicht auf der Leinwand aus. Wer will, kann auch zwei Schichten auftragen (nach jeder Schicht ordentlich durchtrocken lassen).

    Dosierung bei Pastellgrundierung:
    2-3 Esslöffel fertig gemischte Pastelgrundierung bei einer Bahnbreite von ca. 11 cm reicht für eine Bahnlänge von ca. 1 m aus. Oder ca. 150 - 200 ml Pastellgrundierung pro m² Grundierfläche.
    Eine Schicht reicht schon vollkommen aus.

    Das sind meine derzeitigen Erfahrungswerte bei der Dosierung.

    Und noch etwas: Nicht vorgrundierte Maltücher gehen nach dem Grundieren etwas ein. Ca. 1 - 2 cm / m muß man rechnen. Bei (gewaschenen) Bettlaken gibts kein Eingehen mehr natürlich.

    Servus
     
    Zuletzt bearbeitet: 21 September 2018
  2. AnJa

    AnJa Moderator

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    Ich habe mich heute mal mit dem Thread beschäftigt und mir geht es wie Ruth und Ernesto.

    So geht es mir auch.

    Da schon bei der Vorzeichnung keine Korrekturen möglich sind,
    wie Du schriebst, bin ich auf das Ergebnis s e h r
    gespannt. Das wäre nichts für mich, Strassenmalerei sowieso nicht.
    Aber ich bin offen für alles.
    Warum nicht, wenn es Dir Spass macht.
     
  3. 4212

    4212 Aktives Mitglied

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    Hallo Anja,

    bei Straßenmalerei braucht man schon Bilder, die größer als 2 m² sind. Und man befindet sich quasi mitten im Bild und muß auf richtige Proportionen achten. Da hätte ich sogar große Schwierigkeiten beim Zeichnen, obwohl ich schon jahrelange Erfahrung mit Zeichnen vorweisen kann.
    Es ist keine Schande, Hilfsmittel zu verwenden. So wie die alten Freskenmaler, kann man eine Zeichnung mit Kohlepapier auf die Leinwand pausen. Oder mit der Raster-Methode die Vorzeichnung Kästchen für Kästchen auf die Leinwand übertragen. Grobe Umrisse genügen dabei.
    Diaprojektor, Paxiskop und Beamer können auch schon verwendet werden (habe ich keins davon).
    Das geht heute sogar so weit, daß fertig bedruckte Leinwände angemalt werden können (das bedrucken kostet aber ordentlich). Pastelgrundierung drauf und los gehts.

    Ich verwende die kombinierte Raster-Methode mit pausen. Dabei lege ich eine Folie auf den großen Flachbildschirm (PC) und pause die Umrisse auf Klarsichtfolie. Danach von der Folie mit Kohlepapier auf Leinwand pausen. Fertig. Scheint wirlich gut zu funktionieren. Nur grobe Umrisse genügen. Rest mit dem Auge.

    Nach 3-4 Monaten rumtüfteln weiß ich endlich, wie ich die Leinwände einfach und günstig herstellen kann. Ich werde erst mal ein paar machen und während die trocknen, werde ich mich auf das Bemalen konzentrieren.

    Servus
     
  4. 4212

    4212 Aktives Mitglied

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    Hallo Freunde,

    ich habe inzwischen die große PVC-Folie ausgebreitet und mit Paraffin eingewachst. Gestern wollte ich die große Leinwand grundieren. Hierfür habe ich ein vorgeleimtes Maltuch, welches man in Künstlerbedarf kaufen kann, verwendet. Schon beim Einnässen habe ich bemerkt, dass das nichts wird (erschwert das gleichmäßige Einnässen des Maltuchs, dauert lange bis der Leim angelöst wird, etc.). Der Leim im Gewebe geht mal gar nicht. Also habe ich den ganzen Stoffballen in die Badewanne gesteckt und den Leim vollständig ausgelaugt. Der Leim hätte das Durchlagen von Fassadenfarbe ohnehin verhindert. Und genau diese Funktion brauche ich bei meiner Nassgrundierung.
    Wollt ihr vorgeleimte Maltücher verwenden, müsst ihr sie zuerst vollständig vom Leim befreien. Sonst wird das mit beidseitiger Vorgrundierung nichts. Schließlich wollen wir all die feinen Fasern auf der Rückseite der Leinwand plätten und miteinander verkleben, damit diese beim Ein-/Ausrollen der Leinwand keine Farbe aufkratzt, auflockert und aufnimmt. Das Durchlagen der Grundierung ist hier ganz wichtig.

    Die ganze Arbeit gestern war für die Katz. Mal sehen, was der Tag heute bringt.
    Servus
     
  5. 4212

    4212 Aktives Mitglied

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    Hallo Freunde,

    nun ja, das vorgeleimte Maltuch mußte ich tatsächlich nochmal waschen. Diesmal in der Waschmaschine bei 60 °C. Ich hoffe, der Leim geht dann restlos raus. Statt das Maltuch habe ich ein Bettlaken (weiß, Baumwolle) grundiert. Das geht ausgesprochen schön und leicht. Sogar recht dünne und feine Stoffe gehen problemlos zu grundieren.

    Um die Arbeit hier bald abzuschließen, habe die fehlenden gröberen Steinmehle bei Kremer bestellt.
    - 10 kg Quarzmehl gesiebt, 0,04 - 0,15 mm (58630)
    - 10 kg Marmormehl, gröber (58560), (< 150 µm)
    Das gröbere Quarzmehl ist zum Aufwerten des bereits gekauften feineren Materials gedacht. Außerdem kann ich die Kornverteilung meiner Pastellgrundierung individuell einstellen. Beim gröberen Marmormehl geht es um die Frage, ob es alleine ausreicht und damit noch billiger wird (Ersatz für Quarzmehl).

    Wir werden sehen.
    Servus
     
  6. 4212

    4212 Aktives Mitglied

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    Hallo Freunde,

    ich hatte in letzter Zeit nicht viel Zeit für mein Projekt. Inzwischen gab es aber Fortschritte und Rückschläge.

    Das Quarzmehl von Kremer ist spitze. Wenn ich Quarzmehl mittel, Quarzmehl gröber und Quarzmehl gesiebt zu gleichen Teilen mische und eine Pastelgrundierung mit Acrylbinder mache, gibt es hervorragende Resultate. Allerdings tritt die Gefahr der Versandung beim Auftragen vermehrt auf, da ich ohne Verdickungsmittel arbeite. Das kann man in den Griff bekommen, wenn man die Leinwand abschnittsweise grundiert. Große Leinwände kann man nicht leider nicht mit Pastelgrundierung in einem Schritt beschichten, da die Feuchtigkeit der Leinwand mit der Zeit verdunstet ehe man dort beschichten kann. Und dann hat man vermehrt Probleme mit der Versandung.

    Das Marmormehl hat mich nicht besonders überzeugt (enthällt zu viel feinkörniges Material). Fassadenfarbe als Bindemittel für die Pastelgrundierung kommt leider auch nicht in Frage. Die Griffigkeit der Pastelgrundierung geht drastisch verloren. Mit gröberem Quarzmehl geht es gerade noch. Mahrmormehl und Fassadenfarbe geht gar nicht.

    Ich habe nun auch geschafft, Kieselgel (Silikat Katzenstreu) so zu vermahlen und zu separieren, daß es hervorragende Resultate bringen sollte. Ich bin noch nicht fertig damit. Aber das Mahlen dieses Zeugs ist sehr leicht und schnell und bietet eine kostengünstige Alternative (1,- EUR/Liter) zu Quarzmehl. Außerdem kann man die Korngrößenverteilung individuell beim Mahlen sehr leicht einstellen. Das Versanden sollte nicht auftreten, da es gemahlen in der Pastelgrundierung gelartige Eigenschaften besitzt. Ich werde später mehr darüber berichten.

    Servus bis dahin.
     
  7. 4212

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    Hallo Freunde,

    Etappenziel nun endlich erreicht:
    ca. 1,45 EUR/Liter für die selbst gemachte Pastelgrundierung.
    Wenn man bedenkt, was die fertigen Pastelgrundierungen so kosten (ca. 37,- EUR/Liter), ist das nun ein sehr gutes Ergebnis. Billiger gehts wirklich nicht mehr.

    Ich habe nun geschafft, die Fassadenfarbe auch für die Pastelgrundierung als Binder anzupassen. Teure Acrylbinder, Marmormehle und Quarzmehle sind auch nicht mehr nötig.
    Alles nur mit Kunststoff-Dispersions Fassadenfarbe (für den Außenbereich) und gemahlene Silikat-Katzenstreu (Kieselgel, Silikagel, etc.).

    Glücklicherweise ist Kieselgel (Silikat-Katzenstreu farblos) sehr einfach zu beschaffen (Drogeriemärkte, etc.) und extrem einfach in der gewünschten Körnung herzustellen. Mit einem (alten) Küchenmixer ist es eine Leichtigkeit auch große Mengen davon in sehr kurzer Zeit zu verarbeiten. Eine sehr einfache aber ausgeklügelte Separationstechnik erlaubt mir sogar Kieselgel in der gewünschten Kornverteilung herzustellen. Und das schnell und sehr einfach. Später werde ich mehrere verschiedene Mahlverfahren beschreiben.

    Eine Leinwand mit 2.4 m x 1.5 m = 3.6 m² Fläche kostet mich am Ende:
    0,80 EUR Stoff (Bettlaken 1A Qualität, gebraucht)
    2,00 EUR Fassadenfarbe (für 2x Grundierung)
    0,80 EUR Pastelgrundierung
    = 3.60 EUR Materialkosten

    Auch hier geht es nicht mehr billiger.

    Für sehr große Bildformate kann man einzelne Bettlaken auch gleich bei der Vorgrundierung miteinander verkleben. Funktioniert wirklich hervorragend.
    Ich muß noch zahlreiche Tests machen, bevor ich hier alles nieder schreiben kann.
    So habt bitte Geduld, wie ich einst nach langer Experimentierzeit auch aufgebracht habe. Ich habe wegen dem sehr ehrgeizigen Ziel sogar diese Saison sausen lassen.

    Servus bis dahin..
     
  8. 4212

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    Hallo Freunde,

    billiger gehts immer.
    Die Pastelgrundierung auf Basis Fassadenfarbe und Kieselgel kommt mich jetzt ca. 1,10 EUR/Liter.
    Ich habe mit Erstaunen festgestellt, daß die folgende Rezeptur für Pastelgrundierung
    30 % Fassadenfarbe
    20 % Wasser
    50 % Kieselgelmehl (nass)
    vollkommen ausreicht. Die Pastelgrundierung kommt ohne Verdickungsmittel aus (immer vorher die Mischung gut schütteln und vor der Entnahme umrühren).
    Ein Teelöffel reicht für eine Grundierfläche von ca. 22 cm x 11 cm aus. Eine zweite Schicht Pastelgrundierung sorgt zusätzlich für eine rauhere Oberfläche. Aber eine Schicht genügt schon bereits.

    Das nächste mal geht es um das Kieselgelmehl und wie man es mit Küchenmixer herstellt.
    Der Slogan "Will it blend?" soll an die berühmte Youtubereihe daran erinnern.
    Wir werden dann die Frage beantworten, ob Wasser und Kieselgel sich mischen läßt.
    Servus
     
  9. 4212

    4212 Aktives Mitglied

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    Hallo Freunde,

    bevor an das Mahlen von Kieselgel geht, will ich eine interessante Spekulation in den Raum werfen.
    Warum das Kieselgel mit einem relativ minderwertigen und geringen Bindemittelanteil wie Fassadenfarbe (30 % in der obigen Rezeptur), dennoch einen guten Halt auf der Leinwand vorweisen kann.

    Kieselgel ist ziemlich porös. D.h., der amorphe Siliziumdioxid (SiO2, also Bestandteil von Quarz) enthält viel leeren Raum zwischen den Molekülen. So ist es nicht verwunderlich, daß die Dichte von Kieselgel um ca. 0.7 g/cm³ beträgt (leichter als Wasser, gut für uns beim Mahlen). Das ist mindestens 3 mal leichter als herkömmlicher Quarz (und ich muß bei großformatigen Leinwänden weniger schleppen). In diesem leeren Raum kann es bis zu 33 % Wasser speichern. Großporige sogar bis zu 66 %. Die Porengröße kann bis zu 450 nm (0.45 µm) betragen. Groß genug, um sogar relativ große Moleküle durchzulassen und aufzunehmen. Diese große Porösität macht Kieselgel leicht zerbrechlich (gut für uns beim Mahlen).

    Meine Vermutung ist, das das Bindemittel als Dispersion auch die Poren des Kieselgels passiert und beim Trocknen sich sowohl im inneren als auch außerhalb des Kieselgels polymerisiert und dadurch das Kieselgel einen besseren Halt erfährt. D.h., der flüssige Kunststoff (als Dispersion) polymerisiert aus der Umgebung der Kieselgelteilchen bis in die Teilchen hinhein und festigt die Kieselgelteilchen somit.

    Ein kleines aber ein aussagekräftiges Experiment bestätigt sogar die Vermutung (ist mir gerade beim Schreiben eingefallen und ich habe das Experiment tatsächlich durchgeführt):
    Größere Kieselgelkörner werden in die Fassadenfarbe zugegeben und mit etwas Wasser gerührt. Etwa 10 Minuten warten, bis Wasser und Kunststoffdispersion die Körner durchdringen können. Danach die Körner rausfischen und mit Wasser abspülen. Mit einem Pinsel die Weißpigmente von Kieselgelkörner befreien (die Weißpigmente sind zu groß, um das Kieselgel zu durchdringen). Danach die Kieselgelkörner mit einem Föhn trocknen, damit die Kunststoffdispersion im inneren der Kieselgelkörner polymerisieren kann. Beim Trocknen polymierisiert die Kunstoffdispersion und die Körner werden allmählich weiß! Richtig weiß! Nicht mit Fassadenfarbe behandelte Kieselgelkörner werden dagegen nicht weiß (Gegenprobe). Damit kann ich tätsächlich die Vermutung bestätigen und nachweisen.

    Alle diese guten Eigenschaften von Kieselgel machen wir zunutze. Sowohl beim Mahlen als auch beim Malen mit Pastellen.
    Es ist geradezu ein High-Tech Medium. Leider kann man das Zeug in der richtigen Kornverteilung derzeit nirgendwo kaufen. Nicht einmal bei Kremer Pigmente (ist nur eine Frage der Zeit nehme ich an). Das macht nichts. Wir können das Zeug in der gewünschten Kornverteilung sehr einfach herstellen. Soviel wir wollen. Solange es Silikat-Katzenstreu zu kaufen gibt und der Motor des Standmixers nicht den Geist aufgibt.

    Servus bis zum nächsten Mal.
     
  10. 4212

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    By the way Freunde,

    die Rezeptur für Pastelgrundierung läßt sich bestimmt auch auf Papier anwenden. Nur darf das Papier nicht wellig und lapprig werden, wenn es grundiert ist. Ich denke, geeignetes Tapetenpapier dürfte hervorragend dafür in Frage kommen. Muß ich mal bei Gelegenheit ausprobieren.
    Damit kann man auch auf teure Pastellpapiere vollkommen verzichten und diese selbst herstellen. Quasi von der Rolle!

    Das kommt davon, wenn man (die Abzock-Wucher-Hersteller sind gemeint) so gierig ist, die Pastelgrundierung so teuer wie möglich zu verkaufen!
    Nicht mit uns sage ich! Wir werden euren nimmersatten Gierschlund richtig trocken legen!

    So, das wars dann für heute zum Nachdenken.
    Servus.
     
    Mon gefällt das.
  11. 4212

    4212 Aktives Mitglied

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    Hallo Freunde,

    ich bin vor Kälte erstarrt! Der unerbitterlichen Kältestarre vor den Tapetenregalen im Baumarkt mit horrenden Preisen für Tapeten konnte ich mich wirklich nicht erwehren. Eine Schockstarre.
    "Mann!, ich will keine vergoldeten Tapeten kaufen!" Die waren nicht mal vergoldet, aber die Preise gingen von etwa 10 bis 35,- EUR pro Rolle. Eine Rolle ist etwa 50 cm breit und 10 m lang.
    So wenig "Papier" ist das viele Geld wirklich nicht wert. Die meisten Tapeten sind einfach untauglich: Reliefstruktur, zu grob, störende Muster, farbig bedruckt, etc. etc. machen viele Tapeten völlig unbrauchbar. Nur ganz wenige kommen in Frage. Und die sind einfach zu teuer.

    Letztendlich habe ich eine Rolle Tapete für 1,- EUR aus dem Aktions/Restposten erstanden und probiere die Rückseite aus, weil sie einigermaßen glatt ist. Soviel Investition muß sein.
    Eins muß man aber sagen. Die Tapeten werden nicht wellig und faltig, wenn sie naß sind. Dann kann der Beschichtungsexperiment ja jetzt anlaufen.
    Ich wünsche uns viel Glück.
    Servus.
     
  12. 4212

    4212 Aktives Mitglied

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    Hallo Freunde,

    das kleine Experiment mit den Kieselgelkörnern, die mit Kunststoff-Dispersion durchdrungen und im Kieselgel nach dem Trocknen darin polymerisiert sind, zeigt einen weiteren Beleg dafür.
    Diese getrockneten Kieselgelkörner sind noch mehr instabiler als zuvor. Die lassen sich sogar zwischen zwei Fingern zerdrücken/zerkleinern. Die Brüchigkeit steigt dabei enorm. Ein Beleg dafür, dass Kunststoff-Dispersion eingedrungen ist.
    Für die Pastelgrundierung hat diese Eigenschaft jedoch keine negativen Auswirkungen. Das Kieselgelmehl auf der Pastellgrundierung bleibt stabil, da die Teilchen festgeklebt werden. Das Schaben der Pastellgrundierung mit harten Gegenständen schädigt jedoch die Beschichtung. Wie auch bei Quarzmehlbeschichtung (kein Unterschied dazu). In der Regel macht man das bei der Pastellmalerei nicht. Das Verwischen mit Finger, Pinsel, Papierwischer etc. beschädigt die Beschichtung nicht.

    Und die Stück Tapete hat die Vorgrundierung mit Fassadenfarbe überstanden. Kein Verzug oder Welligkeit zu beobachten. Eine Nass-Grundierung ist problemlos möglich. Dann sollte auch die Pastellgrundierung keinerlei Probleme bereiten. Näheres dazu gibt es nächste Woche dann.

    Die Beschreibung zur Herstellung des Kieselgelmehls braucht etwas Zeit, da sie umfangreich wird. Ich werde eine PDF-Anleitung hier posten, wenn ich damit fertig bin. Habe erst vier Seiten geschrieben.
    Servus.
     
  13. 4212

    4212 Aktives Mitglied

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    Hallo Freunde,


    die Tapete als Trägermaterial für Pastellgrundierung ist hervorragend geeignet. Sowohl vorgrundiert mit Fassadenfarbe (FF) als auch ohne (also blank), funktioniert bestens. Die Tapete verzieht sich dabei nicht und kann für die Pastellmalerei durchaus Verwendung finden. Wenn das blöde Zeug nicht so teuer wäre. Mit den gebrauchten Bettlaken komm ich auf jeden Fall billiger davon. Egal, es ging ja ums Prinzip hier.

    Für die 53 cm x 35 cm Grundfläche habe ich lediglich fünf Teelöffel Pastellgrundierung (30 % FF, 50 % Kieselgelmehl und 20 % Wasser) verwendet und das scheint unter der Lupe betrachtet, eine ausreichende (minimale) Dosierung für eine dünne Schicht zu sein. Zwei dünne Schichten aufgetragen ergeben eine tolle Pastellgrundierung (jede Schicht ordentlich durchtrocknen lassen).

    Es ist zweckmäßig, die Tapete vorher feucht zu machen, damit das Bindemittel von der Tapete nicht aufgesaugt wird und ein Versanden des Kieselgelmehls beim Auftragen auftritt und das Kieselgelmehl nicht mehr genug Bindemittel zum Verkleben bekommt. Also einfach mit dem nassen Schwammroller die Tapete gleichmäßig anfeuchten, einziehen und etwas antrocknen lassen. Dann kann die Pastellgrundierung darauf angebracht werden. Die Tapete sollte allerdings nicht zu feucht sein. Sonst entstehen beim Rollen kleine Blasen und Schlieren und das Kieselgelmehl läßt sich nicht mehr gleichmäßig verteilen oder die Pastellgrundierung wird zusätzlich rauer. Das passiert auch, wenn man zu viel Pastellgrundierung verwendet. Und sollte der Untergrund mal zu feucht sein, ist es auch kein Beinbruch: Einfach einen leichten Luftstrom mit einem Föhn die zu hohe Feuchtigkeit des Untergrundes beim Rollen zum Verdunsten bringen und gleichzeitig die Pastellgrundierung gleichmäßig verteilen.

    Den Grundierabschnitt mit dem Schwammroller dann die Pastelgrundierung kreuz und quer schön und gleichmäßig verteilen, bevor die Grundierung zu trocknen beginnt. So lange wie nötig.

    Wenn man die Pastellgrundierung etwas rauer haben will, nicht zu lange mit dem Schwammroller arbeiten und die aufgebrachte gleichmäßige Grundierung vollständig trocknen lassen. Wer eine feine Grundierung will, muß mit dem Roller noch die Grundierung sanft glätten während die Grundierung schon etwas anfängt zu trocknen. Aber auch hier gilt, nicht zu lange mit dem Schwammroller arbeiten.

    Die besten Ergebnisse liefern die weichsten Schwammroller. Harte Lackroller sind nicht so gut geeignet. Weiche (und super billige vom 1,- EUR-Laden) verteilen das Kieselgelmehl viel besser und gleichmäßiger. Billiger ist hier ausnahmsweise wirklich besser.

    Mit jeder aufgebrachten Schicht, wird die Grundierfläche etwas rauer natürlich. Und der Föhn ist bestimmt nicht dazu da, die gesamte Grundierfläche zu trocknen. Die Polymerisation des Bindemittels braucht nunmal viel Zeit und sollte die Grundierung gut werden, dann einfach die Zeit geben.

    Nicht vergessen, daß die Pastellgrundierung ohnehin schon viel Wasser enthält (20 % Wasser und die Feuchtigkeit im Kieselgelmehl) und recht dünnflüssig ist. Nicht abschrecken lassen. Denn die Pastellgrundierung kommt ohne Verdickungsmittel aus. Einfach kleine Portionen (2 Teelöffel) in eine Farbschale geben, mit dem Schwammroller aufnehmen und dann auf die Grundierfläche auftragen. Vor dem Entnehmen der kleinen Portion immer den Behälter mit der Pastellgrundierung mit dem Teelöffel durchrühren.

    Beim ersten Mal braucht der Schwammroller seine eigene Portion/Behandlung natürlich:

    Wasser: Schwammroller nass machen und die überschüssige Feuchtigkeit auswringen und rausschleudern.

    Pastellgrundierung: Zwei Teelöffel Pastellgrundierung in einer Farbschale ordentlich auf den Schwammroller verteilen.

    Danach kann die exakte Dosierung für einen Grundierabschnitt erfolgen. Wer größere Grundierabschnitte will, kann auch einen Esslöffel als Dosierung heranziehen.

    1 Esslöffel ist ca. 6 ml oder 3 Teelöffel.

    1 Teelöffel ist ca. 2 ml.

    Für die 53 cm x 35 cm Grundierfläche wären dann aufgerundet zwei Esslöffel Pastellgrundierung für eine dünne Schicht nötig.

    1 Esslöffel will der Schwammroller dann nur für sich selbst (am Anfang natürlich). Eine Portion wäre dann 1 – 2 Esslöffel, die man entnimmt und auf den Schwammroller aufnimmt.

    Es geht. Auch ohne Verdickungsmittel, Konservierungsmittel, Schnick-Schnack, etc. etc.

    Wer hätte das gedacht?

    Servus
     
  14. 4212

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    Hallo Freunde,

    aufgrund Zeitmangel und Weihnachtsstreß, komme ich wirklich nicht dazu, das Projekt voranzubringen.
    Ich verreise über die Feiertage.
    Allen frohe Weihnachten und alles Gute von mir.
    Servus
     
  15. 4212

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    Hallo Freunde,

    das neue Jahr fängt schon mal gut an: Meine Bandscheiben erschweren mir derzeit den Alltag.

    Und wer billig kauft, kauft zwei mal: Ich muß wohl die Tischdeckenfolie mit etwas Besserem ersetzen. Z.b. mit teurem und guten PVC-Bodenbelag. Die 0.3 mm dünne Tischdeckenfolie verzieht sich bei meiner Fußbodenheizung etwas und das geht gar nicht. Die PVC-Böden sind nur etwas teurer und kommen mit 2 mm Dicke und Robustheit besser zur Anwendung. Und das tolle daran: Die gibt es in 2 m, 3 m und 4 m Breite direkt von der Rolle und man kann sie am Stück kaufen. Bei dieser Gelegenheit kaufe ich gleich einen mit einem Karomuster darauf zur besseren Orientierung an rechte Winkel und gerade Linien. Ohne Relief (Vertiefungen und Erhöhungen) und relativ glatte Oberfläche versteht sich von selbst. Mir genügt ein Stück von 2 m x 4 m und der kostet ca. 80,- EUR.

    In der Zwischenzeit werde ich wohl die Schreibarbeit fertig machen und hier reinstellen. Wahrscheinlich sogar die komplette Anleitung mit Bildern.
    Machts gut und servus..
     
  16. Farbfantasien

    Farbfantasien Forum-Guru

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    Werden wir in diesem Jahr endlich mal ein Bild von dir sehen?:D
     
  17. 4212

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    Hallo Monika,

    auf Deine Frage geantwortet: Ganz bestimmt.

    Momentan habe ich "Farbfantasien" auf Testleinwand ganz speziell für Dich.
    Sieht man die waagrechte Klebekante unten im Bild noch? Wenn nicht, dann funktioniert das Verfahren ganz gut und ich kann auch große Leinwände (Bettlaken) durch Verkleben herstellen.
    Obere und untere Hälfte der Leinwand ist mit ca. 3 cm Überlappung bei der Vorgrundierung verklebt.
    Servus aus dem verschneiten Süden.
     

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  18. 4212

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    Hallo Freunde,

    das neue Jahr bringt offensichtlich weitere Veränderungen: Die Silikat-Katzenstreu von Rossmann (Marke Winston) ist aus dem Sortiment rausgefallen. Der DM Drogeriemarkt führt auch keine Silikat-Katzenstreu mehr. So ein Fuck aber auch! (Sag bloß, die haben Wind davon bekommen? Wer hat hier gepetzt? Das Zeug ist das beste Kornmaterial für die Pastellgrundierung überhaupt.)

    Hätte ich mir doch einige Packungen horten sollen. Hätte, hätte und schon haben wir die Fahrradkette!
    Hornbach führt sie anscheinend noch und man kann auch Online bestellen. Bei diversen anderen Onlinemärkten (Zoobedarf, Amazon, Ebay, etc.) kann man sie auch beschaffen. Allerdings muß man darauf auchten, das sie farblos und geruchlos ist. Die meisten kann man nicht gebrauchen (farbige Kristalle vorhanden, extreme Düfte, etc..).

    Ich habe meine 5 Liter Packung schon fast durchgemahlen. Dabei habe ich den Mahldurchsatz (Effektivität) erhöht und es geht ein bißchen schneller jetzt. Die Anleitung dazu muß überarbeitet werden. Und das dauert etwas.
    Ich ziehe heute Kieselgelmehl vor Quarz- und Marmormehl vor. Es hat so viele Vorteile, daß ich bereitwillig bin, es selbst herzustellen: Billig, hohe Flexibilität mit Korngrößen, leicht herstellbar, funktioniert mit billiger Fassadenfarbe, weniger Gewicht, etc...

    Es gibt noch etwas zu tun. Servus bis dahin..
     
  19. 4212

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    18
    Hallo Freunde,

    auf der Suche nach Motiven der alten Meister bin ich auf die Seite https://artsandculture.google.com/ gestossen.
    Dort gibt es richtig hoch aufgelöste Bilder. Anschauen kann man sie im Browser problemlos. Dummerweise kann man die Bilder nicht abspeichern. Selbst nach kurzer Analyse des html-Codes, bringt der Aufwand nichts. Denn die Bilder sind zerstückelt und man darf alle Einzelteile identifizieren, laden und wieder zusammensetzen. Der Aufwand lohnt sich leider nicht.
    Ein Beispiel:
    https://artsandculture.google.com/a...mor-besiegt-den-irdischen-amor/aAEHHHg3X36KeA

    Hier einige gezoomte Ausschnitte:

    blob:https%3A//artsandculture.google.com/4812b553-1d47-41ae-baa1-1f0f0f4d6143
    blob:https%3A//artsandculture.google.com/4bbb7959-a9c0-4e1b-838d-1fb4cad76c39
    blob:https%3A//artsandculture.google.com/07bd3949-8435-466a-ae2b-33a794fee1fe

    Die Links oben scheinen nicht zu funktionieren. Einbettung als Bild geht auch nicht. Egal.

    Schade, wirklich sehr schade. Weiter suchen..
    Servus
     
    Zuletzt bearbeitet: 15 Januar 2019
  20. 4212

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    By the way,

    mein Vorrat an Bettlaken ist für mehre Saisons gesichert. Ich dürfte so mindestens 70 Stück besitzen (schon lange aufgehört zu zählen). Weil die Bettlaken immer etwas variieren (Stoffart, Abmaße, Farbe, Dicke, Feinheit, etc.) brauche ich eine bestimmte Anzahl von gleichen Bettlaken zum Herstellen von größeren Formaten (> 4 m²). Ich dürfte aber jetzt genug zum Verkleben gleicher Bettlaken haben.
    Heute habe ich gleich 7 Stück zum Spottpreis von 5,60 EUR gekauft. 7 auf einen Streich! Das hat sich gelohnt.

    Etwa 20 - 30 Stück müssen noch gewaschen werden.
    Servus
     
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