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gefährliche Malmittel

Dieses Thema im Forum "Lektionen zur Ölmalerei" wurde erstellt von Zusje, 23 Oktober 2011.

  1. Zusje

    Zusje Mitglied

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    Hallo, als neuling in diesem forum habe ich gleich eine frage:

    wie geht ihr mit den zusatzmitteln für die ölmalerei um, die ja leider gottes ziemlich gefährlich sind? Terpentin, leinöl, malmittel, pinselreiniger: nichts darf eingeatmet werden, geschweige denn im normalen müll entsorgt werden.

    Ich habe zwar auch wasserlösliche ölfarben, aber nicht halb so viele wie die traditionellen.

    Wie handhabt ihr das ?
     
  2. maja

    maja Forum-Ikone

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    Terpentin benutze ich gar nicht, ist völlig unnötig.
    Leinöl ist völlig ungefährlich - kann man sogar essen :00000295:.
    Malmittel gibt es viele - wenn man sie sparsam anwendet, hält sich die Gefährlichkeit in Grenzen, die Menge macht's. Pinsel, mit denen ich Malmittel aufgetragen habe, werden mit Zewatüchern abgewischt und diese im Hausmüll entsorgt, das sind ja nur Spuren, die da dran sind.
    Pinselreiniger gibt es im Künstlerbedarf auf ungefährlicher Basis, lass dich da mal beraten.
     
  3. mopsz

    mopsz Aktives Mitglied

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    Ich male fast nur mit Ölfarben. Leinöl macht doch nichts, aber mit Terpentin vorsichtig umgehen. Ich nehme das geruchlose Lösin, aber nur zum reinigen der Pinsel. Immer in einem Behälter mit Deckel benutzen. Die wasserlöslichen Ölfarben sind zwar mit Wasser zu verdünnen, ob das genau so schöne leuchtende Farben auf der Leinwand sind, kann ich nicht sagen. Ich würde auch diese Farben mit Malöl verdünnen. Wenn du Angst hast vor den Lösungsmitteln, dann steige um auf Acryl. Hat alles Vor- und Nachteile.
     
  4. kumise

    kumise Senior Mitglied

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    Hallo Zusje,
    aus Deiner Fragestellung lese ich einige Klischees und Halbwahrheiten heraus.

    Terpentin und Leinöl sind gefährlich?

    Na gut, Terpentin ist als Gefahrstoff gekennzeichnet und "reizend". Aber ich habe im Umgang damit bisher keine Probleme gehabt.
    Ich nutze es zum Vorreinigen der Pinsel mit einem Abstreifgitter, lasse es allmählich verdunsten in meiner Werkstatt und gebe den Pigmentschlamm, der übrig bleibt zum Sondermüll im Wertstoffhof (etwa alle zwei Jahre kommt das vor)

    Leinöl ist so gefährlich, dass ich es sogar meinem Müsli beimische um echten Nervenkitzel zu erleben. Spass beiseite: Leinöl ist nich anders als Sonnenblumen- oder Rapsöl. Was soll daran gesundheitsgefährdend sein.

    Malmittel und extra Pinselreiniger benutze ich nicht, deshalb kann ich dazu nichts sagen. Die Pinsel reinige ich mit ungefährlicher Pinselseife, einer Art Kernseife.

    Gerade die Vorbehalte von wegen "einatmen" erinnern mich an etwas. Es gibt momentan überall die Aromaöle zu kaufen, die mit Bambusstäbchen in der Glasvase verdunstet werden. Meine Frau mag das, weil es doch so toll in der Wohnung riecht. Wenn man sich die Schadstoffkennzeichnung dort auf der Verpackung anschaut, hat man wegen ein bisschen Terpentindämpfen absolut keine Bedenken mehr.
     
  5. christhoma

    christhoma Forum-Guru

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    Hi Zusje .. MICHAEL hat hier 100% Recht .. keine Panik bitte .. beim Malen "lüften" sofern man sensibel darauf reagiert .. speziell Michaels letzter Satz ist sehr
    bezeichnend ! .. Hast Du Dich mal auf Reaktionen testen lassen (Artzt) ??
    Wasserlösliche Ölfarben sind kein Allheilmittel, wenn's aber Belastungen "lindert"
    dann OK .. die Menge an versch. Farbtönen bringts nicht; Mischungsmöglichkeiten
    sind tausendfach auch mit wenigen Grundfarben möglich .. Cheerio=Christian
     
  6. Zusje

    Zusje Mitglied

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    Danke an alle !

    Leinöl ist hochentzündlich, sodass man damit getränkte lappen sehr vorsichtig behandeln soll: nicht knüllen, sonst können sie in brand geraten.

    Mit acryl male ich auch, aber öl gefällt mir in manchen dingen besser.Ein ersatz ist das eine nicht für das andere, jedenfalls nicht für mich. Jedes hat seine stärken und schwächen.

    Ich selbst reagiere auf Lösungsmittel u.Ä. gar nicht allergisch, bekomme aber asthmaanfälle von kamille :00000285: Doch ich habe einen mann, der gerade eine krebsbehandlung mit 1,5, jahren hammerchemos hinter sich hat.:00000572: Er meint zwar, solche dämpfe machen ihm nichts, aber tatsache ist, dass er DANACH seinen arzt nicht gefragt hat, weil es so viel anderes abzuklären gab. Sollten wir uns vielleicht auf die fragenliste für die nächste kontrolluntersuchung setzen:00000295:

    achso, noch was: thema: nur wenig benutzen. Ich habe erst heute mit malmittel nr.1 (schnell trocknend) von lukas gearbeitet. wenig kann ich nicht nehmen. dann verteilt es sich schlecht. So eine 250-gramm-packung geht schon schnell zur neige :-(

    @michael: hihii, der tipp mit dem aromaöl ist ja herrlich!! :)
     
  7. kumise

    kumise Senior Mitglied

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    Hallo Zusje,

    den Beitrag habe ich mir gerade nochmal angeschaut und mir ist etwas aufgefallen.
    Die aufgezählten Mittelchen sind für die Ölmalerei kein absolutes Muss!
    Es geht auf jeden Fall ohne!
    Es ist ein vielgepflegter Trugschluss, dass man Leinöl braucht um die Farben "geschmeidiger" zu machen oder Malmittel um die Trocknung zu beeinflussen oder die Brillianz der Farben zu erhöhen. Genau so wenig braucht man spezielle Pinselreiniger - ein Lappen, um die Farbe auszustreifen und Kernseife zum Auswaschen der Pinsel tun es auch. Ich will nicht weiter in die Tiefe gehen, von wegen "fett auf Mager" usw. Aber im Prinzip braucht man nur was zum Bemalen, Ölfarben und ein paar Pinsel - sonst nichts!

    Ausser Terpentinersatz habe ich gar nichts im Haus, und das brauche ich eher in meiner Werkstatt oder um Aufkleberreste zu entfernen.
     
  8. Zusje

    Zusje Mitglied

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    hallo Michael,

    das wusste ich gar nicht!
    habe noch ein paar fragen dazu:
    Wie machst du dann die farben dünnflüssiger, damit die ersten schichten schneller trocknen?
    Oder malst du dann ausschlieslich alla prima?
    Kernseife werde ich mir auch zulegen, kann ja nie schaden.
    Und "fett auf mager"? Entfällt das dann?

    Hoffentlich sind das jetzt nicht zu viele fragen!
     
  9. Amazone

    Amazone Gast

    Jetzt muß ich aber in einigen Dingen klarstellen,
    Leinöl wird zum anrühren neuer Ölfarben genommen und nicht zum verdünnen der Farben.In den untersten Schichten kann man Terpentin nehmen,das stinkt zwar,funktioniert aber ganz gut.
    Ich nehme für die untersten Schichten Acrylfarbe,kann man mit Wasser verdünnen,das trocknet schnell und dann gehts mit ölfarben weiter.
    Dafür gibt es spezielle Malmittel,ob man die braucht,ja das ist so eine Sache.Ich benutzte sie gerne, möchte ja selbst entscheiden,wie schnell meine Farben trocknen sollen.
    Und zum Pinselreinigen nehme ich ganz normale Kernseife,spezielle Pinselseife kann man sich schenken,ist nur teuer und bringt nicht mehr Erfolg als Kernseife.
    Giftig sind letztendlich nur ein paar Farbpigmente,aber man kann dafür auch eine Schutzmaske benutzen.
    Gruß volker
     
  10. Atschi

    Atschi Forum-Ikone Administrator

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    Hallo Volker, das ist mir aber ganz was neues. Warum soll ich meine Ölfarben nicht weiter mit Leinöl verdünnen wenn ich sie dünner haben will?
     
  11. Amazone

    Amazone Gast

    Atschi,zum verdünnen gibt es ganz andere Öle,die viel schneller trocknen.Hast du schonmal Ölfarbe mit Leinöl verdünnt und dann gewartet bis es trocken ist,da wartest du mitunter Wochen und Monate.Zum verdünnen nehme ich Standöle,die trocknen nach 12 bis 24 Std.
    Gruß Volker
     
  12. kumise

    kumise Senior Mitglied

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    Ich male alla prima und bin kein Akkordmaler. Insofern ist es nicht entscheidend, ob das Bild zwei Tage länger braucht zum Trocknen.
    Notfalls könnte ich mit Wandfarbe grundieren, die das Öl aus der Farbe saugt wie ein Schwamm.
    Bei Grundierung/Untermalung mit Acryl braucht das Bild länger zum Trocknen, weil die Oberfläche gesperrt ist und das Bild nur von vorne trocknen (verharzen) kann.

    Siehe oben

    Fett auf mager entfällt nie. Das ist eine eiserne Regel, genau wie dick auf dünn. Das wurde hier im Forum schon oft diskutiert (Suchfunktion benutzen)
     
  13. kamischiki

    kamischiki Aktives Mitglied

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    Jetzt, macht ihr mich neugierig! Was sind denn Standöle?
    Ic habe schon einige malmittel ausprobiert und das beste für mich war bisher ein verdünner den ich in meiner heimat gekauft habe: Eine mischung aus terpentin, leinenöl und noch irgendeinem dritten öl (weiss leider nicht wie es auf deutsch heisst). es stinkt wenig und trocknet schnell, macht die farben geschmeidig und brilliant (im gegensatz zu dem purn terpentin). Ich bin der meinung: weg von kindern und gut luften reicht... Weiss allerdings nicht, wie es sich bei geschwächtem organismus verhällt, da würde ich auch lieber den arzt fragen. Ich wünsche dir und deinem amnn alles gute und dass er sich von den chemos möglichst bald erhollt!

    Leibe Grusse
     
  14. Atschi

    Atschi Forum-Ikone Administrator

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    Hallo Volker, ich persönlich male fast nur mit Liquin, da hat sich ja die Frage nach der Trocknungszeit erledigt, aber bei uns im Atelier malen sehr viele mit Leinöl. Zum einen weil es ihr Malstil verlangt dass die Farben offen bleiben, oder sie malen gleichzeitig an mehreren Bildern wo die Farbe zeit zum trocknen hat.
    Aber das dauert auch nur ein paar Tage, wenn die nicht gerade pastös arbeiten.
    Bei Lasurarbeiten würde ich aber kein Leinöl verwenden. Oder ich bin sehr geduldig.
     
  15. Johndell

    Johndell Senior Mitglied

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    Standöl ist eigentlich vor oxidiertes Öl, dies kann man auch nehmen. Ich kann aber nicht nachvollziehen das Leinöl Wochen zum trocknen braucht. Leinöl gehört schon zu den etwas schnelleren Ölen, schließlich bestehen Ölfarben zum teil aus diesem Öl.
    Wichtiger sind die Farben, den neben dem Leinöl steuern auch die Pigmente was zur trocknungszeit mit bei. Studienfarben die zum teil gestreckt sind durch Kalk, behindern dies. Zum anderen sind hochwertige Farben stärker Pigmentiert, dass eine hauchdünne Schicht eine stärkere Färbung hinterlässt, die auch schneller trocknet


    Es gibt auch die Möglichkeit sich selbst Malmittel herzustellen, einfach 1 teil Dammer, 1 teil Leinöl, 5 teile Terpentin. Dammer erhört den Glanz, nicht zu verwechseln mit der Brillanz die nur durch saubere Pigmente erreicht wird. Das Malmittel benutzte ich nur für die erste Schicht, und das auch in geringer Menge.
    Es ist möglich, ein Bild mit mehreren Schichten in nur einer Woche zu erstellen, nur mit Farbe und Leinöl.
     
  16. mopsz

    mopsz Aktives Mitglied

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    Hallo @Kumise, dir ist wohl nicht bekannt, dass man nicht alle Pinsel mit Wasser reinigen darf? Ich nehme Wasser und Kernseife, aber für die Pinsel a la Bob Ross ist Wasser tödlich. Ich bekomme von Terpentin Kopfschmerzen und nutze es nur kurz am Ende einer Malsitzung zum reinigen bestimmter Pinsel.
    Zum malen würde ich, wie auch @Atschi, zu Liquin raten.
    Nur meine Meinung, ich lasse mich gerne berichtigen.
     
  17. kumise

    kumise Senior Mitglied

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    Dass man BR Pinsel nicht mit Wasser reinigen darf, ist eine Werbelüge der BR Corporation um den geruchlosen Verdünner als Reinigungsmittel an den Mann zu bringen.
    Einige Forumsmitglieder besitzen BR Pinsel und einige haben sie auch mit Wasser gereinigt - ohne Schäden.
    Einer meiner BR Pinsel sah nach einigen Reinigungen mit BR Verdünner aus wie eine toupierte Klobürste. Eine Reinigung mit Wasser und Kernseife brachte ihn wieder in Form.
     
  18. mopsz

    mopsz Aktives Mitglied

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    Das wusste ich nicht. Ich habe das bei Dr. Bindewald gelesen, was sollte der mit der BR Co. am Hut haben? Ich mach's wie Pfarrer Nolde, der machte's wie ers wollte. :00000299:
     
  19. kumise

    kumise Senior Mitglied

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    Eigentlich wollte ich nicht, aber jetzt muss ich doch noch mehr schreiben.

    Die BR Pinsel sind offenbar imprägniert und diese Imprägnierung löst sich im Wasser ab. Deshalb das Wasserverbot. Dr. Bindewald hat diese Weisheit wahrscheinlich ungeprüft übernommen.
    Die BR Pinsel, die es in Deutschland gibt, sind Lizenzfertigungen durch die Fa. Lukas, mit den US Pinseln qualitativ nicht zu vergleichen. Trotzdem vertragen die Pinsel auch die Reinigung mit Wasser, sofern sie später fachgerecht wieder in Form gebracht werden.

    Nur zu gerne werden solche Weisheiten, wie z.B. auch die BR-Technik, die nur mit den Farben von BR und nur mit den Pinseln von BR funktioniert, übernommen, geglaubt und weiter transportiert. BR-Technik geht mit fast jeder "normalen" Ölfarbe und mit normalen Anstreicherpinseln genauso gut wie mit Original BR Werkzeugen. Lediglich bei der Grundierung muss man tricksen, wenn man kein Liquid hat.

    Früher war ich auch ein BR-Jünger und habe andächtig den Weisheiten gelauscht, heute weiss ich einiges mehr und weiss, dass Malen gar kein Hexenwerk ist.
     
  20. Atschi

    Atschi Forum-Ikone Administrator

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    Also das wollte ich nun mal genauer wissen, und habe einen Nagelneuen BR- Pinsel von Lukas aus der Schutzfolie genommen und unter Wasser gehalten. Der hat sich voll gesaugt und da ist kein Tropfen abgeperlt. Also der war ganz sicher nicht imprägniert.

    Ich habe aber meine BR Pinsel von Zeit zu Zeit auch mit Seife unter Wasser abgespühlt. Die sind zwar danach etwas schlabberig, aber kommen nach dem Trocknen wieder in Form. Man muss sie natürlich entsprechend lagern.