Ölfarbe pur / unverdünnt auf Holz

orby

Neuer User
Hallo,

bisher habe ich mit Acrylfarbe auf Holz gemalt. Habe nun Ölfarben in die Hände bekommen und will gern weiter Öl Malen.

Ich erinnerte mich jedoch, als ich hier im Forum gelesen habe, was mit Öl für ein Aufwand betrieben wird, um ein haltbares Bild zu erschaffen, dass ich doch nachfragen will:

Kann ich Ölfarben unverdünnt, also wie sie aus der Tube kommen, direkt auf unbehandeltes Holz (aus dem Baumarkt) pastos vermalen, ohne das das Bild in ein paar Jahren kaputt ist?
Die Bretter sind in etwa so, wie die erste beiden angehängten Bilder.

Wie siehts aus mit feinem Pressspan ( sry ;)), so wie das letzte Bild, das angehängt ist?



Was ich möchte ist (zunächst, also für die ersten Bilder) so wenig wie möglich Aufwand betreiben. Das ist, zunächst Pur und pastos auf Holz und ein Bild in einem Rutsch fertigstellen (also nicht mehrschichtig).

Muss ich einen Firnis auftragen? (Dieser erfüllt die Funktion einer Schutzschicht für die Farben, richtig?)

Danke für die Antworten.
 

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christhoma

Forum-Guru
hallo Orby ... das ist ein vielschichtiges Thema, mit versch. Grundsatztheorien und
-Praktiken. Meine Gedanken sind:
- Holz neigt zur Schrumpfung + verformt sich etc. da es Luftfeuchtigkeit aufnimmt
- unbehandelte Holzmalgründe/Sperrholz/Spanplatten sind zumindest ungünstig
für das Verhalten der Ölfarben (ziehen ein, je nach Ölabsorption, können deshalb
"fleckig" wirken etc.
- Pressspan in stärkerer Verdichtung der verleimten Holzschnitzel eignen sich
besser zum Bemalen, da auch relativ haltbar.
- Hölzer/Holzbildträger gehören zu den "starren" Malgründen - der Malgrund muss
stabil + beständig sein (Untergrundbehandlungen z.B. mit Gesso etc) um eine
längere Lebensdauer zu erzielen, d.h. der nicht grundierte Bildträger sollte
isoliert werden.
- es gibt allerdings auch Maler, die ohne Grundierung arbeiten, d.h. die Farben
ziehen mehr ein und die unbehandelte Holzplatte wird als eine Art "getönte"
Grundierung bewusst eingesetzt.
Dies sind lediglich "Anhaltspunkte" zu Deinen Fragen - es gibt sicherlich
entsprechende Literatur (vielleicht auch im google-net ?) .. Ciao=Christian
 

orby

Neuer User
Hallo,
vielen Dank für die prompte Antwort!


- Pressspan in stärkerer Verdichtung der verleimten Holzschnitzel eignen sich
besser zum Bemalen
das find ich überraschend. ich hätte gdacht, für den Versuch auf Pressspan zu malen werde ich virtuell gesteinigt.


Nach meinem Verständnis ist getrocknete Ölfarbe empfindlich gegen mechanische Verformungen. D.h. wenn sich der Untergrund (zunächst egal ob der Untergrund selbst Farbe ist oder sonst was) vergrößert oder verkleinert kommt die Ölfarbe nicht mit und reißt.

Wenn ich das richtig verstehe wird "Gesso" auf den Grund geschmiert und eben diese mechanische Beständigkeit erreicht.
D.h. selbst wenn sich mein Brett ein wenig verformen sollte, gleicht das daraufbefindliche Gesso das aus, sodass die Ölfarbe oben drauf nicht reißt (richtig?).

Ich kann hier 1000ml Gesso für 9€ bekommen. Wieviel Fläche kann ich damit hinreichend gut Grundieren?

Würde eine Grundierung mit Gesso "alle meine Probleme" beheben, das heißt "würde man mir Gesso empfehlen und dann kann ich loslegen ohne mir weiter Gedanken machen zu müssen"?



- Hölzer/Holzbildträger gehören zu den "starren" Malgründen - der Malgrund muss
stabil + beständig sein (Untergrundbehandlungen z.B. mit Gesso etc) um eine
längere Lebensdauer zu erzielen, d.h. der nicht grundierte Bildträger sollte
isoliert werden.
Meinst du thermisch Isoliert? also soll ich ihn vor Temperaturschwankungen schützen?
Mit Grundierung (diese Funktion würde wohl das Gesso erfüllen nehem ich an?) kann ich mir das sparen.


Was ich grundsätzlich will: Unkompliziert das Eigentlichen, also das Malen, zu praktizieren.

Bisher war das "Acryl auf Holz. Basta."



Weitere Meinungen (insbesondere zum Eingangspost) würde mich freuen und würde mir helfen.
nochmals danke für die erste Antwort!
 

christhoma

Forum-Guru
Orby .. will's mal wie folgt beantworten:
- unter Presspan verstehe ich Spanplatten - auch hier ist natürlich eine Grundierung
zu empfehlen. Spanplatten werden aus Holzschnitzeln/verleimt hergestellt. Ich
hoffe Du meinst dies auch.
- wenn Du grundsätzlich "unkompliziert" malen willst, kaufe fertig preparierte
Malplatten, d.h. jede weiter notwendige Vorarbeit - bevor du malen kannst -
entfällt.
- Mit Isolation meine ich nicht thermisch, sondern richtig z.B. mit Gesso Grundierung
- wegen der "Ölfarb-Verformung" -> der Untergrund z.B. Gesso verhindert die
Bewegungen des Bildträgers, d.h. ist vorteilhaft für die aufgetragenen Farben,
somit muss man sich nur um das Dehnen + Schrumpfen der Farben Gedanken
machen und nicht mehr um derartiges Verhalten des Bildträgers...ohohoh hoffe
wird nicht zu kompliziert.
- Gesso-Menge: kann ich Dir nicht beantworten --> austeste am besten selbst;
da ich heute nur noch fertige Leinwände vermale! Sicher ist, daß die erforderliche
Menge je nach Absorption des Untergrundes/Holz ertestet werden muss, d.h. z.B.
mitteldichte Spanplatten brauchen mehr als normales Sperrholz. Würde deshalb
mehrere Schichten auftragen.
- Gesso-Grundierung: auch Gesso-Grundierung bitte isolieren (ohne=saugt das Öl)
Isoliermittel z.B. von Norma
- die ganz trockene Grundierung kann mit nassem oder trocken.feinen
Schmirgelpapier geschliffen werden.
Empfehle Dir aber alles in Allem in jedem Falle mal bei Boesner oder Gerstaecker
techn. Rat einzuholen ...LG=Christian
 

orby

Neuer User
danke für beide Antworten.

christhoma: Mit Pressspan war das gemeint, was auf dem 3. Foto im Eingangsposting steht.

Malplatten sind ein toller Tip (die auch im verlinkten Fred erwähnt werden). Ich denke, wenn ich mal bei Gerstäcker oder vergleichbarem Laden bestellen werde, werde ich mir einige solcher Dinger mitbestellen. Vielleicht hat der Örtliche Künstlerbedarf auch welche, das werde ich in Erfahrung bringen.


Allerdings gibt's hier im Baumarkt oft Holz und Pressspan günstig, manchaml umsonst. Da will ich mir die Möglichkeit offen halten, diese auch zu benützen:

Aus diesem Grund habe ich mich mitlerweile mit dem Gedanken "Gesso" zu benützen, angefreundet.
- Mit Isolation meine ich nicht thermisch, sondern richtig z.B. mit Gesso Grundierung
- Gesso-Grundierung: auch Gesso-Grundierung bitte isolieren (ohne=saugt das Öl)
Isoliermittel z.B. von Norma
Also grundiert Gesso, aber isoliert nicht?
Mit Isolation ist also gemeint, dass verhindert wird, dass Öl in den Malgrund diffundiert?

Ich hab bei Gerstäcker nach "Norma" gesucht, um so ein Produkt zur Isolation mal zu sehen - finde leider nicht was du meinst. Wenn du mir einen Link oder eine genaue Produktbezeichnung schreibe kannst, würde das helfen. Ich hör davon (wie von vielem) zum ersten mal.


Im verklinkten Fred von Atschi ( danke :00000651: ) wird direkt auf (geschliffenes) Gesso gemalt.
Hhmm. Wenn die Isolation nicht teuer ist, würde ich's ausprobieren und wenn wirklich hilfreich gegebenfalls auch beibehalten.




Für meine ersten Öl-Versuche, werde ich denke ich MDF Platten oder was ich so finden kann + ein paar mal Gesso + schleifen als Grund benützen und mal sehen, ob ich mir Wünsche offen bleiben.

Nach meinem Kenntnisstand sollte das auch aus handwerklicher Sicht eine mindestens solide Herangehensweise sein.

Vielen Dank so weit!



Wie sieht es denn aus mit Öl und Firnis?
Muss ich die Farbe abschließend mit irgendwas behandeln oder...?
 

christhoma

Forum-Guru
Orby ... mach Dir "keinen" zu großen Kopf ... wie gesagt, fertige Malplatten sind
optimal .
Ich habe früher ohne Isolation nach der Gesso-Grundierung gemalt und hatte keine
Probleme,wenn ich mich noch richtig erinnere. Grundiere + schleife + male +
beobachte die Effekte.
Produktbezeichnung Norma Isolationsmittel habe ich nicht vorliegen. Norma bietet
z.B. PRIMAcryl GESSO ebenso ein PRIMAcryl Malmittel (Verminderung d.Saugkraft)
Vielleicht kannst Du mal mit den Schmincke-Leuten, die Norma herstellen in
Kontakt treten.
Ölfarbbilder sollten nach ca.> 12 Monaten mit einem Schlussfirnis behandelt werden;
es gibt auch Zwischenfirnisse, welche früher zum Schutz aufgetragen werden
können.
Cheerio=Christian
 

evalena

Forum-Guru
Hoi zämä.....
Habe jetzt einige Seiten zu diesem Thema durchgelesen. Was nie erwähnt wurde ist die Dicke der MDF-Malplatten. (Oder ich habe es übersehen....)Was für welche kauft ihr? Ich habe hier eine Malunterlage auf der Staffelei "1 cm" dick. Mich dünkt das etwas viel. Bei einer Grösse von 40x50cm würde das Ding dann ja richtig schwer....
:00000293:
 

karlwei

Senior Mitglied
40X50 genügt 3mm, 4 mm ist Standard da verzieht sich die Platte auch nicht wenn sie größer ist.
LG Karl
 
D

dr.bindewald

Gast
Ich hatte einmal einen Auftrag gehabt ein 13 Meter großes Landschaftsgemälde auf einen auf einer überdachten Terrasse an der Wand fest montierten Press-Spanplatte zu malen, und das nass-in-nass in Öl.

Obwohl ich gebeten hatte diese zuvor abzuschleifen, um die Rauigkeit der Oberfläche zu beseitigen, da ich nur einen Tag für dieses Gemälde Zeit zur verfügung hatte (schließlich war dieser Auftrag 700 km von meinem Atelier entfernt) war bei meiner Ankunft nichts vorbereitet. die Spanplatte war noch unheimlich rau.

Ich habe diese dann mit schwarzem Gesso grundieren müssen, wobei bei dieser saugfähigen, rauen Holz erstaunlich viel davon benötigt wurde. Verbrauch: etwa 1 Flasche/m²).

Danach war der Untergrund ausreichend glatt und nicht mehr saugfähig, sodass ich danach problemlos mein Gemälde damit beginnen könnte. Alles klappte dann hervorragend.

2 Jahre spärer wurde das Haus verkauft und der neue Besitzer hat mein Gemälde dann mit weißer Farbe übertüncht. Interessent ist, dass das Gemälde nach wie vor schwach durch die Fasadenfarbe noch zu erkennen ist. Das ist nun gut 8 Jahre her. Das Haus wurde zwischenzeitlich weiter verärßert und der neue Besitzer bat mich, ob es möglich sei die Fassadenfarbe abzunehmen, um das Originalgemälde wieder herzustellen.

Diese Aufgabe habe ich abgelehnt. Man sieht aber, dass Ölgemälde letztlich auf Press-Spanplatte möglich ist und hält.
 

Mastix

Forum-Guru
Ich nehme 5 mm bei Platten die sich mir zuschneiden lasse. Allerdings male ich nicht direkt auf das Holz sondern bespanne es mit Leinwand. Die wird dabei feucht und zieht sich dann beim Trocknen wieder zusammen. Da entsteht noch mal zusätzlich Spannung auf die Holzplatte. Daher ist für mich bei dieser Technik 5 mm bei kleinen Bildern minimum.
Wenn man ohne Leinwand ,direkt auf die Platte malt ,reichen, bei kleineren Bildern, auch 3 mm.
 

Ölpinselchen

Forum-Guru
Kann es sein. lieber Dr., daß sie dieses Bild hier Forum damals eingestellt haben.
Es ist mir schleierhaft, wie man so ein Bild übertünchen kann!
Aber jetzt mal zum bemalen.,.......
aufgrund von Platzproblemen mit den Keilrahmen, habe ich mir spezl "Malpapier für Ölfarben gekauft. Habe aber auch dieses vorher mit Gesso grundiert und es ist gut geworden (das Bild). Auch NiN.
Zum Aufhängen entweder auf Holz aufziehen oder hinter Glas.
 

evalena

Forum-Guru
Und ich bin sooooo doooooof.....:00000108:
Hab hier nämlich nochmals eine Frage einbringen wollen - es aber gar nicht gemacht....
aber dann die Info - die Frage sei jetzt beantwortet - gepostet....
Mon Dieu.....*grübel*

die Frage wäre gewesen : ob man die Sperrholzplatte beidseitig grundieren sollte damit sie sich nicht verbiegt.

Habe im Forum gesucht und einen Thread dazu gefunden. Man soll...;-)...Mit einer qualitativ guten Dispersion....Dann sollte sich das Holz nicht durchbiegen....

sodeli...jetzt macht mein voriger Beitrag vielleicht etwas mehr Sinn...;-) ;-)

allen ein ganz schönes Wochenende :00000293:
 

Beowulf

Aktives Mitglied
Das Sperrholz, was ich bisher hatte, hatte sich bei Grundierung mit Dispersionsfarbe stark verzogen. Wurde dann die Rückseite auch grundiert, wurde es nicht unbedingt besser... die einseitige Wölbung ging dann auf einmal in alle Himmelsrichtungen. Daher bin ich sehr auf deine Erfahrungsberichte gespannt.
 

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