Auf Speerholzplatte malen?

gpunkt

Aktives Mitglied
Hallöchen ihr lieben,

Aus Platzgründen habe ich in letzter Zeit vermehrt auf Malplatte gemalt
Die habe ich aus einem der großen Künstlerläden ..
Malplatte 3,2 mm stark aus MDF-Platten, für die Öl- und Acrylmalerei und mit grundiertem Baumwolltuch bespannt.

Ich bin eigentlich soweit ganz zufrieden damit!
Das einzige, was mir dabei bisher nicht so sehr gefällt, ist die, Steifigkeit der Platten.
Größere Bilder so ab 60 - 70 Länge und 40 - 50 cm Breite
fangen nach der Zeit sich an in der Mitte zu wölben, wenn sie nach dem Malen länger stehend gelagert werden.

Ich war wieder mal neugierig und habe daher mal Sperrholzplatten aus Kiefer probiert!
Die haben eine Dicke von 6 mm und von der Struktur sind sie leicht Rauh...
Da ich mich vorher etwas Schlau darüber gemacht habe war mir klar, dass ich die Platte vor dem Bemalen
auf beiden Seiten gleich oft Grundieren werden muss damit die Platten sich nicht verziehen,
Daher habe ich eine Markendispersion vom Fachhandel genommen und die Platten auf beiden Seiten
2-mal mit dem Malmesser bestrichen um zusätzlich eine glattere Oberfläche zu bekommen, dann habe ich das ganze erstmal Trocknen lassen.

Dann habe ich mein Acryl Bild darauf gemalt!
Als ich am nächsten Tag meine Bild angesehen habe war die Platte vom oberen Linken Eck bis zum unteren Rechten Eck um ca 1,5 cm verzogen
Jetzt bin ich ein bisschen irritiert und ehrlich gesagt auch ein wenig angefressen! Warum es Trotz dieser Maßnahmen passiert ist.

Ich habe zwar gelesen das ich eventuell die Rückseite meines Bildes mit Wasserdampf oder Wasser befeuchten kann
Dann sollte man das Bild über Nacht unter einer beschwerten geraden Platte Trocknen lassen

Ich befürchte aber das durch die Dispersion erst gar nicht so viele Wasser das Holz erreicht?

Hat jemand von euch diesbezüglich Erfahrung oder generell mit der Bemalung von Holzplatten als solches!
Mich würde auch mal Interessieren wie das die Künstler in der Vergangenheit gemacht haben, ohne diese Probleme zu bekommen?

lg. Günther
 

Johndell

Senior Mitglied
Deine Grundierung enthält ja auch Wasser die von den Platten aufgenommen werden und die frage ist auch, ob deine Grundierung auch wirklich den Untergrund sperrt oder vielleicht doch Wasserdurchlässig ist.

Es gibt ja Hasenleim und so was man für Leinwände nimmt bevor man grundiert…. Oder diese blaue Flüssigkeit mit denen man Universell von Beton bis Holz alles sperrt.

Die erste Schicht ist wichtig, diese darf praktisch nur hauchdünn aufgetragen werden, dass das Holz eben nur selbst von der ersten Grundierung nur das Minimum an Feuchtigkeit aufnimmt. Wenn man das nackte Holz in der ersten Grundierung praktisch Badet, ist es klar dass die gesamte Feuchtigkeit der Grundierung in Holz geht.


Die Künstler der Vergangenheit haben nicht mit Acryl gemalt, die haben mit Ölgrundierungen gearbeitet und mit Hasenleim.
 

gpunkt

Aktives Mitglied
Deine Grundierung enthält ja auch Wasser die von den Platten aufgenommen werden und die frage ist auch, ob deine Grundierung auch wirklich den Untergrund sperrt oder vielleicht doch Wasserdurchlässig ist.

Es gibt ja Hasenleim und so was man für Leinwände nimmt bevor man grundiert…. Oder diese blaue Flüssigkeit mit denen man Universell von Beton bis Holz alles sperrt.

Die erste Schicht ist wichtig, diese darf praktisch nur hauchdünn aufgetragen werden, dass das Holz eben nur selbst von der ersten Grundierung nur das Minimum an Feuchtigkeit aufnimmt. Wenn man das nackte Holz in der ersten Grundierung praktisch Badet, ist es klar dass die gesamte Feuchtigkeit der Grundierung in Holz geht.


Die Künstler der Vergangenheit haben nicht mit Acryl gemalt, die haben mit Ölgrundierungen gearbeitet und mit Hasenleim.

Du hast recht das wird es wohl gewesen sein !
Die Dispersion ist auf Wasserbasis und wird dadurch wahrscheinlich auch sehr schnell vom Holz aufgesogen.
Beim Streichen war die Dispersion innerhalb von 10 Minuten soweit Trocken so das ich sofort den zweiten Anstrich drauf machen konnte.

So habe ich wie du Richtig Schreibst ! Das nackte Holz in der ersten und zweiten Grundierung praktisch gebadet....

Im Nachhinein betrachtet habe ich dann wohl auf einen Falschen Rat im Netz gehört.
Zuerst haben die von Gesso als Grundierung geschrieben und dann eben aus Kostengründen von Dispersion und das soll man auf beiden Seiten Grundieren, so bekommt man keine Spannung ins Holz !!!

Wieder mal was dazu gelernt !!!

Das mit dem Hasenleim klingt Interessant, und auch Plausibel, ich glaube auch schon mal in irgend einem Öl Malbuch alter Künste darüber gelesen zu haben.

Auf alle Fälle darf wohl wie du schreibst fast keine Feuchtigkeit ins Holz das wird die Probleme verursachen.

Ich bin gespant, ob ich das Bild noch Irgendwie Retten kann.

Vielen Dank für die Info

lg. Günther
 

Ernest

Forum-Ikone
HI Günther,

Ich habe schon öfter für mich und auch gute Bekannte/Freunde einbauschränke angefertigt von 4 - 6m Länge. Deren Türen (hohe für unten und kürzere für Oben) habe ich aus Sperrholz angefertigt. Diese Einbauschhränke habe ich anschließend alle mit derselben Tapete tapeziert (die Türen beidseitig) Ich bin heute noch mit diesen Leuten befreundet, sehe also regelmäßig meine Dienste von damals vor 40 Jahren, es hat sich bis heute keine verzogen.

Nun aber zu Bildern: Also ich habe vor Jahren mal 2 Bilder auf Sperrholzplatten gemalt - ob das Kiefer war weiß ich nicht - die waren auch 6mm stark, ich habe sie einseitig 2 x mit Gesso grundiert im Abstand von 24 Stunden. Dann habe ich sie mit Acryl bemalt und anschließend noch am selben Tag auf der Rückseite Diagonal mit rechteckigen Holzleisten aufrecht so verleimt, dass die Leisten noch eine Rahmung zulassen.

Bis heute ist auch bei denen keine Wölbung erfolgt!

LG Erhard
 
  • Like
Reaktionen: Mon

Johndell

Senior Mitglied
Und die 10 Minuten reichen nicht aus, auch wenn es Hand-trocken ist, ist es doch irgendwie nie trocken. Ich merke es immer wieder wenn ich Leinwand grundieren möchte, in mehreren Schichten... ich geh auch mit dem Föhn drüber und spätens beim schleifen merke ich dass es so krümelig ist als würde ich ein hartes Kaugummi schleifen wollen. Auch schon gehabt dass die unteren Schichten sich wieder ablösen…. Wirklich trocken ist es erst zum nächsten Tag hin. Genau kann ich dir das nicht sagen, können auch so 6 stunden sein wenn du beim schleifen merkst, dass sich richtig Staub bildet.
 
  • Like
Reaktionen: Mon

gpunkt

Aktives Mitglied
HI Günther,

Nun aber zu Bildern: Also ich habe vor Jahren mal 2 Bilder auf Sperrholzplatten gemalt - ob das Kiefer war weiß ich nicht - die waren auch 6mm stark, ich habe sie einseitig 2 x mit Gesso grundiert im Abstand von 24 Stunden. Dann habe ich sie mit Acryl bemalt und anschließend noch am selben Tag auf der Rückseite Diagonal mit rechteckigen Holzleisten aufrecht so verleimt, dass die Leisten noch eine Rahmung zulassen.

Bis heute ist auch bei denen keine Wölbung erfolgt!

LG Erhard

Hallo Erhard,
Das klingt interessant, hast du das Gesso dünn aufgetragen und wenn ja hattest du dann überhaupt kein Problem mit Biegen oder Krümmungen, nach den beiden Anstrichen oder haben das dann die beiden Leisten in Form gebracht!
Wie groß waren die rechteckigen Holzleisten und wie kann ich das verstehen mit Diagonal
Was mache ich dann dort wo sich beide Leisten in der Mitte Kreuzen?
 
Zuletzt bearbeitet:

gpunkt

Aktives Mitglied
Und die 10 Minuten reichen nicht aus, auch wenn es Hand-trocken ist, ist es doch irgendwie nie trocken. Ich merke es immer wieder wenn ich Leinwand grundieren möchte, in mehreren Schichten... ich geh auch mit dem Föhn drüber und spätens beim schleifen merke ich dass es so krümelig ist als würde ich ein hartes Kaugummi schleifen wollen. Auch schon gehabt dass die unteren Schichten sich wieder ablösen…. Wirklich trocken ist es erst zum nächsten Tag hin. Genau kann ich dir das nicht sagen, können auch so 6 stunden sein wenn du beim schleifen merkst, dass sich richtig Staub bildet.

Ich hatte da und dort ja auch etwas mit dem Föhn nachgeholfen, und jetzt wo du es sagst wird es das wohl gewesen sein!


lg. Günther

Ich starte dann mal 2 Versuche !

Als Erstes werde ich das ganze mit dem Hasenleim probieren! Ich erwarte mir durch das Versiegeln am wenigsten Probleme und darauf dann Gesso als Grundierung

Als weitere Variante werde ich auch Dispersion versuchen.

Als zweite Variante probiere ich es mal wie Erhard, Gesso dünn Auftragen dann 24 Stunden warten und dann die zweite Schicht.

Bin gespannt ob sich da was beim Anschließenden malen mit Acryl verbiegt?
 

Johndell

Senior Mitglied
Vielleicht ein Tipp: Probier es mal auf Aquarellpapier oder ähnlichem. Dann wenn du fertig bist machst du eine Ladung Wasser drauf und dann weißt du ob es Primer wirklich sperrt oder immer noch saugend ist und sich wellt.
 

Mon

Senior Mitglied
Ich hatte neulich dasselbe Problem, obwohl ich Leisten aufgeklebt hatte, aber leider nur außen und nicht diagonal. Danke Erhard!
 

Ernest

Forum-Ikone
Ich hatte neulich dasselbe Problem, obwohl ich Leisten aufgeklebt hatte, aber leider nur außen und nicht diagonal. Danke Erhard!
Hi Mon(ika)

Du schreibst Du hättest die Leisten "aufgeklebt" das liest sich für mich so, als hättest Du keinen Holzleim dazu benutzt,. Ich verwende dafür stets den Ponal Holzleim EXPRESS schnell trocknend in 5 Minuten . Dabei ist wichtig, dass dies mit möglichst viel Druck geschieht. Richtig ausgehärtet ist das dann nach 24 Stunden. dagegen kommt die Krümmung der Platte nicht an und gibt auf.
Um den richtgen Druck zu erzeugen habe ich im Baumarkt zwei gegossene Pflastersteine gekauft. Die sind von allen vier Seiten schön Plan und lassen sich dann gut auf die Lleisten legen, sodass die nicht umkippen.
Wenn sie nicht zum Druck erzeugen herhalten müssen. haben sie mir dazu gedient, um an meiner vorherigen Staffelei mittels Klettband die Standbeine zu beschweren, die war ohne diese Steine recht "fllatterig" und das ist beim Malen äußerst lästig.

LG Erhard
 

Mastix

Forum-Guru
Ich nehme dafür Montagekleber der auch für Holz geeignet ist. Geht auch.Das dämliche Ponal trocknet bei mir immer ein,oder es kommt nix aus der Tülle.
 

Ernest

Forum-Ikone
Also ich habe ständig eine 550 g Tube Ponal EXPRESS und eine 550 g Tube Ponal Wasserfest im im Haus. Es gibt eine aufgedruckte Gebrauchs- und Lageranweisung und wenn man die befolgt, trocknet nichts ein und es kommt auch immer was aus der Tülle. Wenn man 2 Dinge konsequent beachtet: nach Gebrauch die Tülle abwischen so lange der Kleber noch weich ist und anschließend den Schraubverschluss draufschraubt hat man vom 1. bis zum letzten Tropfen Ponal seine wahre Freude!. Es ist der beste Holzleim, der mir bisher untergekommen ist.

LG Erhard
 

jobr

Aktives Mitglied
Ich klebe meine MDF oder Sperrholzplatten auf Keilrahmenleisten von Boesner oder Gerstaecker (auch mit Ponal). Das ist absolut stabil und verzugsfrei!
Rückseite:
mdf-plus.JPG
Ideal auch für dicken Spachtelauftrag!
 

Mastix

Forum-Guru
Also ich habe ständig eine 550 g Tube Ponal EXPRESS und eine 550 g Tube Ponal Wasserfest im im Haus. Es gibt eine aufgedruckte Gebrauchs- und Lageranweisung und wenn man die befolgt, trocknet nichts ein und es kommt auch immer was aus der Tülle. Wenn man 2 Dinge konsequent beachtet: nach Gebrauch die Tülle abwischen so lange der Kleber noch weich ist und anschließend den Schraubverschluss draufschraubt hat man vom 1. bis zum letzten Tropfen Ponal seine wahre Freude!. Es ist der beste Holzleim, der mir bisher untergekommen ist.

LG Erhard
Oh ha ! Bei so viel Ponal müsste ich so an die 500 Jahre alt werden, um das auch nur Ansatzweise zu verbrauchen.:013-happy-13:
Meine letzte kleine Tube hab Anfang 2000 gekauft. Ich brauch es halt nicht oft. Aber jedesmal wenn ich es brauche ist es dann ziemlich trocken.
 

Mon

Senior Mitglied
Ich habe einen Acrylkleber genommen, der trocknet schnell und hält super und Schraubzwingen dazu genommen, aber nicht so ordentlich wie Joel geklebt und leider auch nicht diagonal und die Leisten waren zu kurz :( - nächstes Mal wirds besser!
 

Neueste Beiträge

Oben