Hallo Thea,tejot schrieb:Bei der Ölmalerei verbindet sich das White (was die darüber liegenden Farben länger feucht hält) mit z. B. dem Blau des Himmels und dem Blau des Wasser.
es ist fast alles richtig, was Du schreibst.
Im LW sind weisse Pigmente enthalten, die die aufgebrachte Farbe aufhellen. Durch das Liquid flutscht der Pinsel auch so richtig über die Leinwand und die blauen Pigmente lassen sich schön gleichmässig verteilen.
Du hast ebenso richtig erkannt, dass die Tiefe des Bildes durch die hellen Partien am Horizont entsteht.
Das Liquid hält die Farben nicht länger feucht. Öl ist immer sehr lange offen (Deshalb male ich nicht mit Acryl, weil ich bei Öl noch Stunden später auf der Leinwand Farben mischen und im Bild herumfummeln kann).
Bei der Verwendung von Liquid sollte man unbedingt beachten, dass Liquid nur etwa 2-3 Stunden offen ist. Dann beginnt das Gummi arabicum im Liquid abzubinden und der Effekt des Verblendens funktioniert nicht mehr. Ein neuer partieller Auftrag von Liquid ist aber jederzeit möglich.
Bei Verwendung von Liquid White muss jede Stelle des Bildes mindestens einmal mit dem Pinsel in Berührung kommen, damit Leinöl über das Liquid gerät. Das Leinöl schliesst beim Trocknen die Oberfläche. Wenn man Liquid einfach so trocknen lässt, vergilbt das enthaltene Gummi arabicum und das Bild bekommt an diesen Stellen einen gelblichen Schimmer!
Noch zwei kleine Tipps:
Weil das Liquid die Leinwand schon anfettet, ist es schwierig, z.B. Bäume zu malen, darauf die Highlights zu setzen und darüber nochmals kleinere Details.
Deshalb hatte ich (zu BR-Technikzeiten) die Bildbereiche, wo später Bäume, Büsche usw. gemalt werden sollten, nicht mit LW grundiert.
Bildtiefe entsteht auch durch die verwendeten Farben.
Warme und helle Farben wirken entfernt, kalte und dunkle Farben wirken näher.
Verwaschene Farben wirken entfernter als reine Farben (deshalb rückt Dein Berg auch so schön in den Hintergrund, obwohl er eine kalte Farbe hat)
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