Einblick in das Buch 9 (Korrekturen)

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dr.bindewald

Gast
[FONT=&quot]Dieses Buch 9 wird ständig weiter ergänzt, sollten neue bisher noch nicht behandelten Korrekturnotwendigkeiten sich ergeben.[/FONT][FONT=&quot]
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[FONT=&quot]Dafür benötige ich aber viel Zeit und eine Menge dokumentierter Fehler, die nicht so einfach zu bekommen sind.
[/FONT]

[FONT=&quot]Erwartungsgemäß wird also eine solche Abhandlung deshalb nie so schnell fertig gestellt werden können, wie das im Grunde wünschenswert wäre. [/FONT]
[FONT=&quot]Da aber viele der angesprochenen Probleme immer wieder gehäuft auftreten, möchte ich nicht die komplette Fertigstellung abwarten, sondern das bisher Zusammengetragene bereits jetzt schon vorab zur Einsicht zur Verfügung stellen.[/FONT]
[FONT=&quot]
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Ergänzungen werden kontinuierlich vorgenommen, weshalb es sich lohnt, hin und wieder man nachzuschauen, ob eine zwischenzeitliche Aktualisierung von mir vorgenommen wurde.

INHALTSVERZEICHNIS:

[FONT=&quot]Probleme und ihre Lösung durch Korrektur[/FONT][FONT=&quot][/FONT]
-Nachträgliche Änderungen am Gemälde[FONT=&quot][/FONT]
-Das Abheben von Farben[FONT=&quot][/FONT]
--[FONT=&quot]a) in geringer Menge[/FONT][FONT=&quot][/FONT]
--[FONT=&quot]a) bei dickeren Schichten[/FONT][FONT=&quot][/FONT]
--[FONT=&quot]c) bei größeren Flächen[/FONT][FONT=&quot][/FONT]
Der grüne Himmel[FONT=&quot][/FONT]
Die sich durchzeichnende Keilrahmenleiste[FONT=&quot][/FONT]
Die zu dominant ausgefallene Gessovorbereitungsstelle[FONT=&quot][/FONT]
Probleme bei der Astgestaltung[FONT=&quot][/FONT]
--[FONT=&quot]a) Die sog. Laufnasen[/FONT][FONT=&quot][/FONT]
--[FONT=&quot]b) Der zu dick gewordene Ast[/FONT][FONT=&quot][/FONT]
--[FONT=&quot]c) Ungleicher oder unnatürlicher Astverlauf[/FONT][FONT=&quot][/FONT]
Die perspektivisch problematische Hütte[FONT=&quot][/FONT]
Farbkleckse bei der Bergdarstellung[FONT=&quot][/FONT]
[FONT=&quot]Korrekturen großer Areale eines bereits vor Jahren gemalten Bildes[/FONT][FONT=&quot][/FONT]

[FONT=&quot][/FONT][FONT=&quot][/FONT]
http://happypainting.de/#_Toc438815763
 
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dr.bindewald

Gast
[FONT=&quot]Die sich durchzeichnende Keilrahmenleiste

[/FONT]
[FONT=&quot]Dieses Problem betrifft vor allem größere Leinwände, die aus Stabilitätsgründen über Stützleisten verfügen müssen oder solche in einer Größe von 50x60 cm bis 60x80 cm, die eine Mittelleiste mitbekommen haben.

[/FONT]
[FONT=&quot]Jedoch nicht jeder Keilrahmen mit solchen Stützleisten, birgt das Risiko in sich, dass diese sich beim Malen durchdrücken können.[/FONT]
[FONT=&quot]
[/FONT]
[FONT=&quot]Wie die unten gezeigten Keilrahmenausschnitte zeigen, gibt es zwei Arten von Steghölzern.[/FONT]

[FONT=&quot]Die mit eckigen, bündig eingepassten Leisten und die mit abgerundeten, tiefer gesetzten Hölzern. Probleme liefern vor allem die erstere Bauvariante![/FONT]
[FONT=&quot]Das Problem ist letztlich davon abhängig, wie stark die Leinwand selbst auf dem Rahmen gespannt wurde und natürlich auch die Größe des Keilrahmens selbst.[/FONT]

[FONT=&quot]Eine selbst sehr gut gespannte Leinwand kann durch entsprechenden Druck des Pinsels auf das Tuch bis auf den Sperrbalken durchgedrückt werden. Das geht plausibler Weise umso leichter, je größer die Leinwand ist. Damit ist also völlig klar, dass nicht nur die Bauweise für sich im Gemälde durchzeichnende Leisten verantwortlich ist, sondern vor allem der Künstler selbst. Er nämlich sollte sich den Keilrahmen vorher genauestens ansehen, das mögliche Problem je nach Bauart erahnen und sich entsprechend beim Malen verhalten. Trotzdem ist eine Panne einer sich durchzeichnenden Rahmenkante nicht immer ganz zu vermeiden.[/FONT]
[FONT=&quot]
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dr.bindewald

Gast
[FONT=&quot]Dieses Problem tritt in fast allen Fällen nur im Bereich des Himmels auf, da hier die Farben meist nur sehr pastellartig, aber großflächig aufgetragen werden. Durch das Durchdrücken des Tuches mit Auflage auf den Steg wird die Farbe an dessen Kante in größerer Menge dem Pinsel entnommen und konzentriert sich als doppelter Längsstreifen in vertikaler Richtung.

[/FONT]
[FONT=&quot]Versuchen Sie bitte nicht das Problem durch mehr und intensivere Farbgebung zu beheben. Das führt nicht zum Ziel, da der Effekt unabhängig von der Farbintensität bestehen bleibt.

[/FONT]
[FONT=&quot]Wie eine solche Durchzeichnung aussieht, zeigt unten gezeigte Abbildung links.
[/FONT]

[FONT=&quot]Abhilfe schafft nur eine spezielle Maßnahme, mit der durch entsprechende Pinselführung, die lokal überschüssige Farbe abgehoben und verteilt wird. Ein Wegwischen mit dem Tuch hilft insofern nichts, als dass der Himmel dort dann zu blass wird und ihre Korrekturmaßnahme immer sichtbar bleibt.[/FONT]
[FONT=&quot]
[/FONT]
[FONT=&quot]Geeignete Korrekurmaßnahme:[/FONT]
[FONT=&quot]
[/FONT]

[FONT=&quot]a) [/FONT][FONT=&quot]Wischen Sie mit dem Küchenpapier- oder Zellstofftuch die Himmelsgrundfarbe aus dem Pinsel.

[/FONT]
[FONT=&quot]b) [/FONT][FONT=&quot]Setzen Sie dann den Pinsel in flachem Winkel auf die Leinwand mit den Borstenenden nach oben auf.

[/FONT]
[FONT=&quot]c) [/FONT][FONT=&quot]Mit einer Zick-Zack-Bewegung ohne großen Druck und fortschreitendem Schieben gegen die Haarrichtung nach oben nehmen Sie jetzt den Farbüberschuss auf und verteilen diesen damit automatisch auch sofort gleichmäßig.

[/FONT]
[FONT=&quot]d) [/FONT][FONT=&quot]Diese so einfache Maßnahme hilft verblüffend leicht, die Panne erfolgreich zu beheben.

[/FONT]
 

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dr.bindewald

Gast
[FONT=&quot]Probleme bei der Astgestaltung[/FONT]

[FONT=&quot]a) [/FONT][FONT=&quot]Die sog. Laufnasen[/FONT]
[FONT=&quot]
[/FONT]
[FONT=&quot]Bei der Gestaltung von Ästen ist es üblich, um den Farbfluss aus dem Schriftenpinsel nicht vorzeitig abreißen zu lassen, den dafür benötigten Farbton deutlich zu verdünnen. Dazu wird neben Leinöl (bei transparenter Feuchtgrundierung) vor allem der geruchlose Verdünner (beim Einsatz weißer Grundierungslösung) eingesetzt.[/FONT]
[FONT=&quot]
[/FONT]
[FONT=&quot]Gemäß der Empfehlung eines weltbekannten Malers ist hierbei eine tintenartige Farbkonsistenz anzustreben.
[/FONT]

[FONT=&quot]Nimmt man das wörtlich, dann läuft man leicht Gefahr, dass sich die Farbe beim Auftrag auf die senkrecht stehende Leinwand verselbstständigt und als Farbtropfen nach unten läuft.[/FONT]
[FONT=&quot]
Um eine solche Panne von vorn herein zu vermeiden, sollten Sie nicht - wie in den Lehrfilmen zu sehen ist – eine fünf bis siebenfache Pinselladung Verdünnerlösung auf die Palette nehmen, sondern die Menge auf ein bis zwei Ladungen beschränken. Meiner Erfahrung nach reicht eine solche Menge völlig aus, auch feinste und lange Äste problemlos in einem Zug darzustellen. Ganz besonders empfehlenswert ist dafür der Schriftenpinsel der Fa. Daler-Rowney, der sich durch eine ganz besonders ausgeprägte Ergiebigkeit im Vergleich zu einigen Konkurrenzprodukten auszeichnet. Hierbei ist es völlig irrelevant, ob Sie sich für den der Größe 1, 2 oder 3 entscheiden. Diese Angaben betreffen lediglich die Haarlänge, nicht aber die Büscheldicke!
[/FONT]

[FONT=&quot]Da Sie das alles sicherlich wissen und momentan nicht an einer Lektion über Materialien interessiert sind, so haben Sie Recht, sollte ich auf die folgenlose Behebung dieses Missgeschicks zu sprechen kommen.

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[FONT=&quot]Das erstes, was Ihnen sicherlich dazu einfällt, ist das Aufnehmen der Laufnase mit einem gut saugenden Wattestäbchen. Q-Tip [/FONT][FONT=&quot]fällt ihnen sicherlich dabei ein.[/FONT][FONT=&quot]Das ist aber gar keine gute Lösung, da Sie damit nicht nur die verdünnte Farbe aufnehmen, sondern auch alle sich darunter befindlichen Farblagen.[/FONT][FONT=&quot]Statt des abtropfenden Astes verbleibt auf der Leinwand dann ein weißer, farbfreier Strich. Das ist also nichts und sollten Sie auf keinen Fall - auch nur vorsichtig - probieren![/FONT]

[FONT=&quot][FONT=&quot]Die richtige Lösung ist der Griff zu einem Synthetikpinsel der Größe 6 mm mit der rötlich-hellbraunen Torayfaser. Dieser kann sehr gut Farben aufsaugen, sofern er nur mit einer Spur Leinöl angefeuchtet wird.
[/FONT]
[/FONT]
[FONT=&quot]Zunächst aber wäre zu empfehlen, mit dem Zipfel eines Zellstofftuchs den Verdünner im herunter laufenden Tropfen so aufzusaugen, dass das Tuch keinesfalls die Leinwand selbst berührt. Dann erst kann der Pinsel zum Einsatz kommen, um die mitgeführte Farbe oberflächlich abnehmen zu können.[/FONT]
[FONT=&quot]
[/FONT]
[FONT=&quot]Eine genaue Verfahrensbeschreibung ist in dem Abschnitt über das Abheben von Farben in geringer Menge ausführlich beschrieben und bebildert. Blättern Sie deshalb zur Seite 6 zurück und lesen die genaue Vorgehensweise dort nach.[/FONT]
[FONT=&quot]
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dr.bindewald

Gast
[FONT=&quot]b) Der zu dick gewordene Ast[/FONT]

[FONT=&quot]Auch wenn man es sich kaum vorstellen kann, so ist es durchaus einmal möglich dass beim Einfügen von Ästen, einer plötzlich kräftiger geworden ist als der Stamm selbst.
[/FONT]

[FONT=&quot]Natürlich kommt das bei den dicken gewaltigen Bäumen des Vordergrunds so gut wie nicht vor, geschieht aber recht leicht bei weit entfernter liegenden Bäumen in Horizontnähe.[/FONT]
[FONT=&quot]
Das Beheben eines solchen Missgeschicks ist insofern kein Problem, als man den zu mächtig gewordenen Ast einfach rückwärts, über den Stamm hinweg bis zum Boden verlängert und somit daraus einen stark gebogenen neuen Baum bildet.[/FONT]

[FONT=&quot]
[/FONT]
[FONT=&quot]Wie so etwas wohlmöglich dann aussehen könnte, zeigt nebenstehendes Beispiel eines zunächst unglücklich gesetzten Astes der Birke links des Wegs.[/FONT]
[FONT=&quot]
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dr.bindewald

Gast
[FONT=&quot]c) Ungleicher oder unnatürlicher Astverlauf[/FONT]
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[FONT=&quot]Gerade Einsteiger der Nass-in-Nass-Ölmaltechnik begehen häufig den Fehler Äste und Zweige von Laubbäumen entweder viel zu kurz (siehe Abbildung rechts) oder im Verlauf ungleich dick (siehe Abbildung unten links) mit „Sollbruchstelle“ in Stammnähe zu malen.

[/FONT]
[FONT=&quot]Dem zu Grunde liegt meist der Umstand, dass beim Einfügen der Äste an der Spitze anstatt am Stamm begonnen wird. Das führt häufig dazu, dass die Zweige oder Stammausläufer viel zu dick beginnen und dann in Stammnähe zu dünn werden, weil am Ende zu wenig Farbe mehr im Pinsel verblieben ist.
[/FONT]

[FONT=&quot]Ein weiterer, typischer Fehler ist das erneute Ansetzen des Pinsels im Verlauf eines Zweiges. Ein solcher Umstand führt unweigerlich allzu oft zu störenden Unterschieden in der Dicke.

[/FONT]
[FONT=&quot]Es ist daher unbedingt zu empfehlen, immer alle Äste vom Stamm beginnend, mit ständig nachlassendem Druck auf den Schriftenpinsel zur Peripherie einzuziehen. Gerade am Ende jedes Zweiges soll nur noch die äußerste Haarspitze eben gerade noch die Leinwand berühren.

[/FONT]
[FONT=&quot]Und noch eines möchte ich hierbei erklärend betonen: Ziehen Sie die Äste lang aus und das mindestens u[FONT=&quot]m[/FONT] die Hälfte der gesamten Baumhöhe. Beispielhaft möchte ich einen Baumausschnitt (siehe Abb. [FONT=&quot]unten[/FONT] [FONT=&quot]rechts[/FONT]) aus einem meiner Gemälde zeigen. Wie also könnte eine Korrekturmaßnahme solch unglücklicher Astgestaltung aussehen.

[/FONT]
[FONT=&quot]Im Falle der „Stummelzweige“ des Winterbildes [FONT=&quot]ganz unten links[/FONT] wäre eine einfache Astverlängerung (wie bereits erwähnt: am Stamm beginnend) die einfachste Lösung, daraus einen sehr natürlich aussehenden Baum zu erhalten.

[/FONT]
[FONT=&quot]Im Falle des Beispiels unten links ist der Aufwand etwas größer. Hier sind zunächst alle Äste nachzuzeichnen, die über einen „Bauch“ verfügen und diese an den schmalen, stammnahen Stellen so zu verbreitern, dass statische Baumprobleme nicht mehr zu erkennen sind. Bisweilen ist es aber dann auch erforderlich die Länge der Äste an die ihre Mächtigkeit anzupassen, damit die Optik wieder stimmig ist. Das kann aber auch durchaus dazu führen, dass die Dicke des zentralen Stammes nun auch angepasst werden muss.

[/FONT]
[FONT=&quot]Hierbei ist generell zu bedenken, dass alle Äste insgesamt zusammengenommen in einem Stammquerschnitt untergebracht werden könnten. Reduziert auf die Zweidimensionalität eines Gemäldes würde das in etwa bedeuten, dass alle dicken Äste in ihrer Breite zusammengenommen in etwa einem Viertel Stammdicke entsprechen sollte.[/FONT]
 

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