Erstes Bild mit eigenen Farben.

Thilo

Aktives Mitglied
Die Qualität und Ausführung des Bildes müsst ihr nicht beachten, es ist ein Test, der ein wenig schief lief. Ich wollte schauen wie sich meine eigenen Aquarellfarben beim malen verhalten. Eigentlich sehr gut…
Die Farben sehen gut aus und laufen auch.
Die Näpfchen selber habe ich teils mit, und Teils ohne Honig, mit mehr Glycerin gemischt, um den Unterschied zusehen.
Beim Malen glaube ich, macht das macht nicht viel unterschied, aber im Näpfchen brechen die Farben ohne Honig, beim trocknen und lösen sich auch schlechter wieder an, Man muss aber einfach etwasmvornetzen, dann ist es kein Problem.
IMG_5309.jpeg

Und hier die Palette
IMG_5310.jpeg
 

Hanni

Senior Mitglied
du machst Sachen.….dafür Hut ab❣️
Ich habe hier noch für 100 Jahre Aquarellfarben rumliegen…wenn mir was ausgeht, weiss ich wohin ich mich wenden darf:tonguewink:
 

AnJa

Moderator
Ich bewundere wieder deine Handarbeit.
Das Ergebnis - das Bild - kann sich durchaus sehen lassen.
 

donald

Mitglied
Da du dich so für die Farben an sich interessierst, empfehle ich folgendes Buch:
Das Geheimnis der Farben
Eine Kulturgeschichte
Victoria Finlay
Verlag Ullstein
ISBN 978-3-548-06091-0

Mrs Finlay ist um die ganze Welt gereist auf der Suche nach Ursprüngen und Geschichte der Farben. Also: Woher kommt das Ultramarin, warum sieht man Turners Gemälden heute nicht mehr an, dass er eine Vorliebe für leuchtendes Karminrot hatte (und nicht Gelb…) , wieso ist Ocker nicht gleich Ocker und wie ist die Bedeutung in Europa und in Australien, Geschichten über alle Farben des Regenbogens …etc. etc. Sehr unterhaltsam geschrieben. Ich hab es mal im Museumsshop des Folkwang gekauft, aber sicher findet man es auch anderswo.
Ich denke, das könnte dir gefallen. :)
 

donald

Mitglied
Hier gibt es eine Leseprobe:

 
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MipoArt

Aktives Mitglied
Finde ich Klasse, dass Du jetzt beim Farbpigment startest und daraus eigene Farben herstellst.
Ich habe mich kopfmäßig auch schon damit beschäftigt, da ich mir ja aus Südfrankreich Ockerpigmente mitgebracht habe. Ich wollte diese für die Acrylmalerei mit Acrylbinder in verschiedenen Konsistenzen aufbereiten.
Diese Woche hatte ich die Idee, die gleichen Pigmente auch für Aquarellfarben zu nutzen und habe mir entsprechende Videos darüber angeschaut. Honig und Glycerin sind dort auch als Zusätze zum Gummiarrabicum verwendet worden. Die Pigmente sind zuerst mit destilliertem Wasser eingenässt worden und der Farbbrei wurde intensiv zwischen einer Glasplatte mit einem Glasstößel gerieben um die Pigmente feiner zu bekommen.
Hattest Du dir derartige Utensilien auch für deine Farbenproduktion zugelegt?
 

Thilo

Aktives Mitglied
Ich habe hier noch für 100 Jahre Aquarellfarben rumliegen
Irgendwoher, kenne ich das Danke dir, hanni
Das Ergebnis - das Bild - kann sich durchaus sehen lassen
Danke Anja, ich habe mich beim Malen von den Farben ablenken lassen,Mund die aquarelltechnik dabei vergessen :006-happy-14:
Das Geheimnis der Farben
Danke vielmals für den Tipp, Donald. Ich habe das Buch, aber bin ein sehr visueller Mensch, und brauch Bilder in einem Buch. Auch interessiert mich zwar die Geschichte hinter den Farben, aber eher kurz und prägnant. Aber gebe dir recht, die Farbhistorie ist extrem gut geschrieben und interessant, vermutlich werde ich mich noch weiter durchkämpfen. Ich habe da auch eines:
https://www.jacksonsart.com/pigment-stories-book-by-jackson-s-art
Recht gut beschrieben und viele Bilder, mit history und Verwendung. Ich mag das Buch. :blush:
@MipoArt
an dich habe ich auch gedacht , resp. Du hast mich damals mit den Pigmenten neugierig gemacht… darauf antworte ich am Abend. Muss gleich los
 

Thilo

Aktives Mitglied
Hattest Du dir derartige Utensilien auch für deine Farbenproduktion zugelegt?
Hoi MipoArt. Ja das habe ich. Ich habe Die Pigmente aber direkt in einem Mörser gemischt und gemahlen (15min). Die Gesinterte Glasplatte mit dem Stössel habe ich nur mit Mars Schwarz probiert und sehe keinen Unterschied zu der Version im Mörser. Die Pigmente sind bereits ziemlich gut gemahlen.
Zudem eignet sich die Glasplatte nur für kleine Mengen, da sich die Paste ziemlich verteilt. Aber bei den Tests gestern , fand ich zwei Umber, die recht granulieren. Mit diesen versuche ich es nochmals mit der Glasplatte.
Im Mörser habe ich bei Erdpigmenten jeweils 10g mit 10g (1:1) meines Binders gemahlen und das reichte für ein Grosses Näpfchen und ca. 5-15 ml in einer Tube. Manchmal auch nur 3-5g, wenn ich nur ein grosses Töpfchen abfüllen wollte. Vorsicht, synthetische Farbstoffe brauchen komplett andere Mengen. Bei Benzimidazol oder Phtaloblau, war das Verhältnis 1: 3-4! Mein Mörser war beim Gelb plötzlich recht voll :006-happy-14:
Bei erdpigmenten , Umber und Ocker war das immer ca 1:0.9-1.2. also recht einheitlich. Aber das Volumen variiert. Ich habe immer soviel Binder zugefügt, bis die Konsistenz eine Paste wurde, die ich noch in die Tube reintropfen lassen konnte, ähnlich wie die gekaufte Tubenfarbe, wobei die auch je nach Hersteller eher dick (Daniel Smith) bis dünnflüssig (Windsor u. Newton) ist. Dick anrühren und wenn nötig, nach 1-2 Minuten weiter Binder hinzufügen. Die Benutzbarkeit der Erden ist meistens sehr gut, mit Ausnahmen. Bei synthetischen eher schlecht. Ich habe nur Auf der Glasplatte mit Dest Wasser angerührt, im Mörser direkt mit Binder.
Zum Binder: ich habe zwei fertige Binders versucht, von zwei in der schweiz erhältlichen, Sennelier (mit Honig) und Schmincke ( ohne Honig). Schmincke wird sehr trocken, da würde ich noch zusätzlich Glycerin zugeben, und im Töpfchen schrumpft die Menge auf ca. 1/3, und die Farben brechen, und können aus dem Bei Sennelier nur auf 2/3, und sind perfekt getrocknet. Bei Synthetischen Farben muss man das Rezept anpassen, je nach Pigment, z.B Benzimidazin Gelb und rot trocknen praktisch nicht bei mir! Und das war der Sennelier Binder. Da lieber den eigenen nehmen mit weniger Glycerin Und vielleicht auch Binder.
Bei eigenem Binder unbedingt ein Fungizid zusetzen, sonst schimmelt die Farbe nach ein Paar Monaten. Ich nehme da 100% Nelkenöl, die harten Sachen, welche in den gekauften Farben sind, kriegt man nicht. Aber da gibt es auch noch andere Möglichkeiten.
Ich habe bei dem eigenen Bindet folgendes Rezept genommen, wobei ich Buch die Hälfte Honig wie in den meisten Rezepten nahm, aber theoretisch kann man ja darauf verzichten und Glycerin erhöhen. Manche nehmen kein Glycerin nur Honig oder umgekehrt:

50g Gummi Arabicum in 100g heissem dest. Wasser lösen. Bei Pulver geht das sehr gut in ca 10 min und muss nicht filtriert werden. Wenn gelöst,
10g flüssigen Honig,
2.5g Glycerin
8 Tropfen Netzmittel (Ochsengalle, oder ähnliches)
6 Tropfen Nelkenöl

danach kühl lagern.

Diese Mischung führte zu recht Trockenen Farben und ich habe den Honiganteil bei dem zweiten Binder auf 20g erhöht. das gefällt mir besser und ich merke beim Malen keinen Unterschied.
Ein Pigment, Veroba Grüne Erde löst sich sehr schlecht an, aber nach 10 min hat sich die Farbe sehr stark gelöst und war massiv deckend, ich habs auf dem Blatt mit der Palette oben links noch verdünnt. Das war allerdings Schincke Binder. Ich versuche das noch mit meinem.
IMG_0332.jpeg
 

MipoArt

Aktives Mitglied
Bei diesen Tipps kann ja nichts mehr schief gehen... Danke Thilo für das Teilen deiner Erfahrungen mit diesem Material.
 

Thilo

Aktives Mitglied
Noch eines. Bei Erdfarben und Ocker geht es theoretisch auch ohne Deckel auf dem Mörser, wenn du vorsichtig bist.
Aber bei Anderen, unbedingt einen Deckel drauf, z.B, ich weiss nun wie das mit Phtaloblau aussieht, aber ist eh eines der Farbstärksten Pigmente. Da habe ich noch ein feuchtes Tuch auf das Loch gelegt, beim Mörsern, bis es pastös war…. Ganz heftig wie sich die Pigmente schnell verteilen:006-happy-14:
Auch eine nicht zu unterschätzende Gefahr, auf der Glasplatte.
 

Thilo

Aktives Mitglied
Danke Thilo für das Teilen deiner Erfahrungen mit diesem Material.
Sehr gerne, ich bin gespannt auf deine Ocker. Wenn du nicht schon Gummi Arabicum hast, in England bei J…. kriegt man das in Pulverform recht günstig, und dieses löst sich sehr schnell. Und mittlerweile habe ich gelesen, dass die Marke „Lawrence“ bekannt für sehr gute Qualität ist. Die flüssigen sind viel zu teuer und reichen nicht weit, diese sind eher als malzusatz zu sehen, finde ich.
was ich bei Gelegenheit noch mache, ein Pigment mit verschiedenen Bindern zu mischen, und testen, und auch verschiedene Mengen an Honig / Glycerin. Das fehlt mir noch für eine gesicherte Aussage über die Binder. Aber ich habe noch ein paar Pigmente mehr hier, die ich noch nicht gemischt habe. :grinning:
Wegen mahlen, das Mars schwarz ist eines dercam stärksten granulierenden Pigmente. Das habe ich mit Farben von Daniel Smith und einem anderen, günstigen auf Granulation getestet. Die Unterschiede sind massiv, und mein Mars Schwarz granuliert am schwächsten, DS deutlich am stärksten. Eventuell wird das bewusst so gemischt, da dieses Schwarz wegen der granulration gerade „in“ ist. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich dieses auf der Glasplatte gemahlen habe….
Ach ja, der Acrylbinder steht auch unter meinem Tisch :grinning:
 
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Thilo

Aktives Mitglied
@MipoArt
oh da hat sich ein Fehler eingeschlichen.
die erste Rezeptur nur mit 5g Honig, die zweite hier:
50g Gummi Arabicum in 100g heissem dest. Wasser lösen. Bei Pulver geht das sehr gut in ca 10 min und muss nicht filtriert werden. Wenn gelöst,
10g flüssigen Honig,
2.5g Glycerin
8 Tropfen Netzmittel (Ochsengalle, oder ähnliches)
6 Tropfen Nelkenöl
 
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