Hilfe von den Buntstiftemalern gebraucht..

Hanni

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Huhu zusammen,
ich benötige Hilfe :weary:
Wie schaffe ich es auf schwarzem Papier die Polychromos zum leuchten zu bringen? Die Vorlage zeigt Zitronenscheiben unter Wasser mit Luftblasen auf sehr dunklem Hintergrund. Also los: Versuche ich.
Aber das Gelb sieht bei mir sehr traurig aus… garnicht Zitronig:(((
Frage: ist es ÜBERHAUPT machbar, habe ich die falsche Farbe, lohnt es sich weiter zu malen?
Ich hänge mal den ersten Versuch und das freie Pixabay Foto dran…auf dem Bildschirmfoto sieht es zitroniger aus als es ist….
 

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Barbaraa

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Hallo Hanni,
gelb auf schwarzem Untergrund wird immer einen Grünstich haben, da fast kein gelb ein deckendes Pigment ist und das Papier auch nur eine bestimmte Menge an Lagen zuläßt sehe ich da im wahrsten Sinne des Wortes „schwarz“, dass du deine Zitrone zum leuchten bringst.
 

MonaB

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Ich glaube auch, das ist ein sehr schwieriges Unterfangen.
Ich kann mich Barbaras Worten vollumfänglich anschließen.

Meine eigenen Versuche waren auch nicht von Erfolg gekrönt. Da nutzt es auch nicht viel, vorher weiß aufzubringen, das Papier (ich vermute irgendeinen Tonkarton?) lässt nicht viele Schichten zu.

Der einzige Ausweg dürfte sein: auf normalem weißen Papier zu malen und einen schwarzen Farbstifthintergrund zu malen.
Solltest du auf Pastelmat malen, geht der HG auch gut mit Pastelkreide. Aber Achtung, dieses Papier frisst Farbstifte ...
 

Hanni

Senior Mitglied
Vielen Dank für eure Antworten. Dann werde ich es sein lassen….oder mit einem anderen Medium versuchen;))))
 

ulliversum

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Vielleicht mit weißer Gouache untermalen? :seenoevil:

Ich hab für meine erste (seit langem) Zeichnung auch das scheinbar falsche Papier genommen, da halten keine 2 Schichten drauf.. Ich wollte das wie Stefan Nützel hier auf beschichtetem Papier zeichnen und dann die Lichter rauskratzen mit einem Skalpell..

 

MonaB

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Sehr interessant ... Skalpell habe ich auch, aber ich finde das schwierig, sauber rauszukratzen. Da muss man anscheinend wirklich dieses spezielle Papier haben.
Ich geh jetzt mal zu Amazon, shoppen vielleicht ...:rolleyes:
 

Raimund

Senior Mitglied
Huhu zusammen,
ich benötige Hilfe :weary:
Wie schaffe ich es auf schwarzem Papier die Polychromos zum leuchten zu bringen? Die Vorlage zeigt Zitronenscheiben unter Wasser mit Luftblasen auf sehr dunklem Hintergrund. Also los: Versuche ich.
Aber das Gelb sieht bei mir sehr traurig aus… garnicht Zitronig:(((
Frage: ist es ÜBERHAUPT machbar, habe ich die falsche Farbe, lohnt es sich weiter zu malen?
Ich hänge mal den ersten Versuch und das freie Pixabay Foto dran…auf dem Bildschirmfoto sieht es zitroniger aus als es ist….
Grüß dich,

das Problem ist, dass dein Buntstift vermutlich lasierend ist und kein deckendes Pigment hat. Zitronengelb ist in der Regel auch lasierend und kann den Untergrund nicht überdecken, weswegen es auf schwarzen Untergrund oder dunklen Untergrund keine Leuchtkraft entwickeln kann. Für lasierende Farben brauchst du unbedingt einen hellen und am besten weißen Untergrund, um die maximale Leuchtkraft herauszuholen und dann hast du auch das Problem mit der Farbverschiebung ins Grünliche nicht. Das andere ist, dass die meisten Kartons, auch wenn sie schwarz sind, nicht tiefschwarz sind, weswegen der Kontrast dann auch nicht stark ausfällt. Je stärker der Kontrast ist, desto stärker leuchtet dein Farbton (die Farbintensivität / Sättigung). Ich würde hier nicht weiter machen und es als Lektion sehen für weiter Projekte.


Liebe Grüße Raimund
 

Raimund

Senior Mitglied
Sehr interessant ... Skalpell habe ich auch, aber ich finde das schwierig, sauber rauszukratzen. Da muss man anscheinend wirklich dieses spezielle Papier haben.
Ich geh jetzt mal zu Amazon, shoppen vielleicht ...:rolleyes:
Grüß dich,

grundsätzlich gibt es kein Kratzen, sondern es wird geschabt. Kratzen tut man mit einem Schlüssel am Auto und das führt dazu, dass der Lack beschädigt wird. Schaben ist nur die oberste Schicht was entfernt wird Kratzen ist spitz und tief und Schaben ist rund und oberflächlich. Zum Schaben werden in der Regel Rundskalpelle verwende und es wird mit der Rundung die Farbe abgeschabt in zwar auf Zug und leichter Neigung der Klinge zu der Richtung der du schabst. Durch die Rundung dringt die Klinge nicht in den Untergrund ein, sondern entfernt nur die Farbe oberflächlich. So kann man auch feine schichten abschaben. Es ist im Grunde eher wie Radieren mit einem härteren Radiergummi. Du kannst natürlich auch mit spitzen Skalpellen schaben, aber immer die Klinge flach halten und wenig Druck. Hier noch ein Foto von der Klinge, die dafür verwendet wird, um z.b. Haare zu machen. Auf dem Foto habe ich den Bereich eingezeichnet wo geschabt wird. Was noch wichtig ist, es ist eine Technik, die für dünne Farbschichten gedacht ist auf glatten und stabilen Untergrund wie z.b. Reinzeichenkarton vonSchoellershammer 4g dick. Das liegt daran, das die Farbe nur dann entfernt werden kann, wenn der Untergrund auch so glatt ist, dass die Klinge auch alles erwischt. Für Aquarell ist diese Technik nur bedingt einsetzbar, da es den Untergrund in den meisten Fällen zerstört, es gibt allerdings Ausnahmen.

Liebe Grüße Raimund
 

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MonaB

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Du hast natürlich vollkommen Recht, Raimund, "kratzen" ist falsch ausgedrückt, schaben trifft es.

Ich danke dir für deine ausführliche Beschreibung!
Die richtige Technik ist ausschlaggebend, ich habe genau so ein Skalpell, kann es aber nicht sehr gut einsetzen. Das liegt vermutlich daran, dass ich nach den ersten kläglichen Versuchen aufgegeben und nicht weitergemacht habe.
Da ich aber auch meist nicht so glattes Papier für meine Zeichnungen nehme, ist das wohl auch eher kontraproduktiv? Auf jeden Fall werde ich demnächst einfach noch mal probieren! Wie predige ich immer: Übung macht den Meister ... muss ich mir mal selber zu Herzen nehmen, gelle?!
 

Raimund

Senior Mitglied
Du hast natürlich vollkommen Recht, Raimund, "kratzen" ist falsch ausgedrückt, schaben trifft es.

Ich danke dir für deine ausführliche Beschreibung!
Die richtige Technik ist ausschlaggebend, ich habe genau so ein Skalpell, kann es aber nicht sehr gut einsetzen. Das liegt vermutlich daran, dass ich nach den ersten kläglichen Versuchen aufgegeben und nicht weitergemacht habe.
Da ich aber auch meist nicht so glattes Papier für meine Zeichnungen nehme, ist das wohl auch eher kontraproduktiv? Auf jeden Fall werde ich demnächst einfach noch mal probieren! Wie predige ich immer: Übung macht den Meister ... muss ich mir mal selber zu Herzen nehmen, gelle?!
Grüß dich aber gerne :)

Du kannst nur gut schaben, wenn die Farbe sich entfernen lässt, ohne den Untergrund zu beschädigen.
Schaben ist nicht wirklich schwer, nur dann wenn du das falsche Material hast, denn dann geht es einfach nicht richtig. Das heißt, der Untergrund ist hier entscheidend und die Schichtdicke. Das Schaben wird in der Regel im Airbrushbereich gemacht. Hier hast du eine dünne Schicht Farbe wie die Lasur und du hast einen relativ trocken Farbauftrag, weswegen die Farbe mehr oder weniger nur oben aufliegt auf dem Untergrund. Der Untergrund ist noch dazu sehr glatt und reißfest (fest gepresster Karton). Auch hier geht nicht jeder Karton gleich gut zum Schaben. Es gibt spezielle Synteticpapiere die besonders gut gehen oder eben Schoellershammer 4 g dick. Im Grunde geht alles, was die Farbe an der Oberfläche hält und glatt ist.

Das Bild mit dem Mädel da hatte ich damals noch keine so Ahnung mit dem schaben und habe da den Vorhang gekratzt mit einem Foliecutter, aber du siehst der Untergrund hat es ausgehalten. Das andere da ist der Hase, die Fingernägel, die Uhr, alles was fast reinweiß ist, ist herausgeschabt. Auch teile von der Hauttextur. Mit meinem heutigen Wissenstand, geht das noch viel feiner und weicher zum schaben.

Liebe Grüße Raimund
 

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MonaB

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Genial ... was anderes fällt mir nicht ein zu deinen Bildern.

Airbrush Karton habe ich tatsächlich hier liegen. Ich meine aber mich zu erinnern, dass ich darauf schlecht Farbstifte schichten kann. Ich werd demnächst einfach mal herumprobieren.

Danke für deine ausführliche Beschreibung, und danke fürs zeigen deiner Wahnsinns-Arbeiten!
 

Raimund

Senior Mitglied
Genial ... was anderes fällt mir nicht ein zu deinen Bildern.

Airbrush Karton habe ich tatsächlich hier liegen. Ich meine aber mich zu erinnern, dass ich darauf schlecht Farbstifte schichten kann. Ich werd demnächst einfach mal herumprobieren.

Danke für deine ausführliche Beschreibung, und danke fürs zeigen deiner Wahnsinns-Arbeiten!
Danke dir,

habe schon lange nichts mehr mit Airbrush gemacht, sind alte Sachen. Da der Airbrushkarton nicht saugt bzw. nur ganz schwach, kannst du natürlich nicht so extrem Schichten mit Farbstiften, es seiden du hast welche die hochpigmentiert und weicher sind. Für Schoellershammer 4g dick geht z.b. sehr gut Polychromos, diese habe ich bei dem Bild mit dem Hasen zusätzlich zur Airbrushfarbe (Aerocolor) von Schmincke auch verwendet. Dann musst du noch wissen das manche Pigmente halt lasierend sind bei den Farbstiften ,weswegen sie noch schlechter zu Schichten sind bei einem glatten Untergrund. Besonders gute Farbstifte sind die Prismacolor Premier Stifte. Diese sind weicher und haben eine bisschen was wie Wachs und geben mehr Pigment ab. Am besten gehen die natürlich auf einer ganz leicht rauere Grundierung wie Liquitex Gesso weiß, was aber mittlerweile unbezahlbar ist :) Drew Struzan der Kinoplakatmaler von Hollywood der nimmt diese für seine Poster in der Kombination mit Airbrush und Pinseltechniken.


Liebe Grüße Raimund
 

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