@Pinselhansi : du stellst interessante Fragen, die ich gar nicht soooooo schnell beantworten kann.
Ich versuche es mal zu sortieren:
Ja, bei dieser Darstellung hatte ich eine bildnerische (byzantinisch) Vorlage und habe mich fast 1:1 daran gehalten. Wenn du "Gang nach Emmaus" oder "Die Begegnung zu Emmaus" bei der Gugl-Bildersuche eingibst, wirst du immer wieder auf diese oder sehr ähnliche Darstellungen treffen. Das Ganze bezieht sich auf eine Geschichte aus dem Lukas-Evangelium.
Bei der Ikonenmalerei geht es vom Ursprung her um eine exakte Kopie einer bereits vorhandenen Darstellung, Ikonen werden auch nicht signiert, denn es geht um das oder den Dargestellten und nicht um Eigeninterpretation oder den "Hersteller" einer Ikone. Je nach Herstellungszeit gab es verschiedene Techniken (Malerei mit Eitempera, Hinterglasikonen, Wachsbilder.....)
Dennoch gab es natürlich immer wieder neue und andere Darstellungen, sonst gäbe es ja nicht diese Vielfalt.
An den Farben( früher nur mineralische Pigmente, heute auch synthetische), an den Formen des Faltenwurfs und an bestimmten Attributen kann man erkennen, aus welcher Zeit, aus welcher Region und aus welcher Glaubensrichtung eine Ikone stammt.
Im Osten gibt es andere Heilige als im Norden, Westen oder Süden. Mache, z.B. Johannes der Vorläufer/der Täufer ist in allen Religionen eine bedeutsame Figur, wird aber teilweise zu anderen Gedenktagen geehrt und hat somit je nach Darstellung unterschiedliche Attribute. Eindeutig ist aber, dass er ein zotteliges Untergewand trägt und zur Linken Christi positioniert wird.
Es gibt einen Kodex welche Farben, welche Attribute, welche Hand- und Fingerstellung wem zugeordnet sind, in welcher Konstellation bestimmte Leute auftreten.
Du liest schon: es ist wahnsinnig umfangreich.
Und ich? Ich schöpfe aus dem Vollen! Probiere alles aus, male was mir gefällt, egal ob byzantinisch, orthodox oder sonstwas, passe Motive an, ändere ab oder habe ja auch manche Eigenkompositionen zu aktuellen Themen, die mich persönlich bewegen.