Ich glaube, du bist da mit viel Ehrgeiz und Aufwand an dieses Motiv rangegangen, bist aber im Laufe der Bildentwicklung auf einige Problemchen gestoßen.
Dein Bild ist rapide sehr dunkel geworden, da konnten auch die Weißhöhungen nicht viel dran ändern. Du musstest viel Mühe und Zeit investieren, das Motiv durch die vielen ganzflächigen Lasuren überhaupt noch erkennbar zu machen. Dabei gehen schnell Konturen verloren, auch ist der Malgrund schnell mit Bindemittel übersättigt. Du hast sicher gemerkt, dass dadurch gewisse Maltechniken kaum noch anwendbar waren.
Acrylmalblöcke saugen meist extrem stark, lassen die Farben aber nicht so gut stehen wie z.B. gutes Aquarellpapier oder Gesso. Gerade für Portraits würde ich daher dickes, glattes Aquarellpapier als Malgrund empfehlen, oder noch besser: Eine mehrfach mit Gesso grundierte und glattgeschliffene Malfläche. Auf beidem lassen sich Aquarelltechniken auch mit Acryl überzeugend einsetzen. Schon bei der Imprimitur und Untertuschung ist dies von Vorteil, du kannst mit ganz wenig Farbe und viel Wasser eine tolle Untermalung zaubern, die trotzdem gut weitere Farbschichten aufnehmen kann. Beim zweiten Foto sieht man ganz gut, wie durch zu wenig Wasser keine Farbe in gewisse Unebenheiten des Acrylmalblockes gekommen ist.
Bei den nächsten Bildern sieht man schon am leicht speckigen Glanz des Bildes, wie viel Bindemittel schon drauf ist und wie schwer es dadurch wird, feine saubere Pinselstriche hinzubekommen. Auch nahm die Einfärbekraft der nächsten Farbschichten immer mehr ab, du musstest immer pastoser arbeiten.
Das liegt auch an der Auswahl der Farben, mit denen du das Bild am Anfang ganzflächig lasiert hast. Du hast wahrscheinlich ein lasierendes Rot und Blau genommen, und lasierende Farben enthalten in der Regel mehr Bindemittel als deckende Farben, damit sich ihre Wirkung besser entfalten kann. Nachteile sind aber die glasige Tiefe und die speckige Oberfläche, wodurch solche Farben als Untermalung nicht geeignet sind.
Wenn du mit Acryl malen möchtest, brauchst du daher keine Zaubermalmittelchen wie Trocknungsverzögerer (welche die oben genannten Probleme nur noch weiter verschlimmern), sondern du musst lernen das Wasser zu kontrollieren. Gute Aquarellpinsel und gute Malgründe sind da von Vorteil.