My Home is my Castle

Pad

Aktives Mitglied
Ich will euch eine kleine Geschichte erzählen.
Als meine beiden Jungs, 9- und 11-jährig waren, kletterten sie und fünf Schulkameraden auf eine große Mülltonne und stiegen auf das Dach einer alten Jugendherberge, in dem gleichaltrige Mädchen Urlaub machten
und wollten sich mit ihnen unterhalten.
Plötzlich krachte das Dach ein. Die fünf Schulkameraden nahmen Reißaus.
Meine beiden Jungs setzten sich vor die Jugendherberge und warteten bis jemand kommt.
Da kam die Jugendherbergsmutter und fragte sie, warum sie nicht abgehauen sind.
Ihre Antwort: Unsere Mutter sagte uns, wir sind versichert, wenn uns was passiert können sie den Schaden melden.
Sie rief mich dann an und meinte, so was habe ich ja auch noch nie erlebt und lachte.
Warum tat ich das? Die Kinder müssen lernen, dass man nicht feige davon läuft, sondern zu einer Sache steht.
Davon laufen bedeutet auch so viel wie eine Lüge.
My Home is my Castle (Mein Heim ist eine Burg) diesen Spruch sagte ich sehr oft zu meinen Kindern.
Hier seid ihr unter meinem Schutz. Egal was passiert, es gibt immer eine Lösung.
Das Bild lass ich auf Alu drucken und schenke es ihnen zu Weihnachten.

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Inascha

Mitglied
Ganz grosse Klasse!
Deine Söhne werden es wieder weiterreichen.

Eine Jugendherberge - gefüllt mit Mädchen - und ein
paar Buben auf dem Dach - das wär doch ein Thema
für Wilhelm Busch!

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Inascha
 

Ernest

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Tja die Mädchen und deren Anziehungskraft verleiten mitunter zu eigener Überschätzung....!

in unserem Ort stand einst ein prächtiges Gasthaus zum Schwanen, welches im Krieg durch einen Bombenvolltreffer dem Erdboden gleichgemacht worden war. Der Wirt kam dabei ums Leben, die Wirtin baute nach dem Krieg mitten auf dem Grunstück ein bescheidenes zweistöckiges Häuschen. Das Ehepaar war kinderlos, hatte aber eine bezaubernde Nichte, die hin und wieder zu Besuch kam.

Sie, damals 13 Jahre alt - genau wie ich - nächtigte stets im ersten Stock und wenn sie dann aus dem geöffneten Fenster blickte, konnten wir uns vom diffusen Licht einer Straßenlaterne beschienen - jedoch nicht weithin sichtbar - halblaut unterhalten. Was wir beide nicht wussten, der liebenswerten alten Schwanen-Wirtin waren unsere regelmäßigen heimlichen Treffen nicht verborgen geblieben. Und wie es halt mitunter so ist, ergibt ein Wort das nächste - auch wenn es zwangsläufig nicht immer so wörtlich ernst gemeint ist -: Jedenfalls gab ich ihr zu verstehen, dass ich zu gerne zu ihr hoch klettern würde, was sie kichernd mit: "Das schaffst Du nicht....!" Quittierte.

Durch diese Äußerung angestachelt war ich bereits dabei auszuloten, wie sich mein Vorhaben würde umsetzen lassen! Die erste Etappe war kein Kunststück, denn alle Mauern der Häuser jener Zeit hatten bis zu einer Höhe von ca. 60/70cm umlaufend einen Betonsockel, der in einem Absatz von ca. 5cm endete bevor die eigentliche Ziegelmauer begann. Auf diesem Absatz stehend erreichte ich unter Zuhilfenahme der Zargen vom Fensterladen, an denen ich mich hochziehen konnte unschwer das Fenstersims des unteren Stockwerks. Die Befestigungszargen des Ablaufs der Dachrinne, in Kombination mit jenen des Fensterladens, halfen mir das Fenstersims des oberen Stockwerks zu erklimmen. Aber das letzte nur sehr kurze Stückchen, um den Fensterrahmen zu erreichen, das fehlte und meine Kräfte in den Fingern schwanden und schwanden...! Ich wusste, dass ich mich überschätzt hatte und bereitete einen geordneten Rückzug vor, indem ich mich konzentriert würde zurück zur Erde plumsen lassen. Also ließ ich los, hatte aber leider nicht berücksichtigt, dass der Fensterladen unter mir so ca. 25-30° vom Mauerwerk abstand. Auf eben diesem Fensterladen landete ich mit meinem Hintern. Der Nachkriegsmörtel mit dem die Zargen eingemauert waren, hielt dieser Belastunmg nicht stand und so segelte ich samt Fensterladen mit Getöse der Erde entgegen! Im Schutze der Dunkelheit machte ich mich schleunigst vom Acker.

Geplagt von meinem schlechten Gewissen machte ich die ganze Nacht kein Auge zu! Am Folgetag unmittelbar nach dem Schulunterricht stand ich reumütig und zaghaft klopfend von der Haustüre der Schwanen-Wirtin. Die Türe öffnete sich und die alte Frau sagte: "Erhard ich habe gewusst du würdest kommen, im Schuppen habe ich schon alles hergerichtet, was Du brauchst, um die Spuren der Nacht zu verwischen, je eher du damit beginnst, umso besser! Wenn du fertig bist, gibt es für Euch zwei Heimlichtuer Kaffee und Kuchen!
 

Maraa

Aktives Mitglied
Ach, ist das eine schöne Geschichte!
Ich hoffe, die Angebetete hielt trotz des "Missgeschicks" weiterhin die Freundschaft aufrecht.
 

Ernest

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Ach, ist das eine schöne Geschichte!
Ich hoffe, die Angebetete hielt trotz des "Missgeschicks" weiterhin die Freundschaft aufrecht.
Ja Maraa,
diese gegenseitige Jugendschwärmerei hielt noch eine Weile an, bis das Schicksal einen Riegel vorschub! Ich kam ins Internat am Bodensee, also weit ab des heimischen Geschehens und verlor sie komplett aus den Augen, mit der Zeit verblasste die Erinnerung, neue Eindrücke drängten in den Vordergrund.... :024-happy-12:
 

otti123

Aktives Mitglied
Jaa, die ersten Schwärmereien bleiben wohl immer in Erinnerung. So hat jeder sein...
Lustige, fast gefährliche Geschichte mit doch versöhnlichem Ausgang.
 
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