Welchen Malgrund in der Malerei bevorzugt ihr?

Lillemut

Senior Mitglied
Im letzten Jahr ist mir aufgefallen, dass die Qualität der Keilrahmen immer schlechter wird. Vielleicht irre ich mich ja auch und im Alter werde ich empfindlich.
Am Donnerstag bekomme ich ein paar Leinwände, die ich zum testen anfertigen lasse. 2x Baumwollgewebe, 1x Leinen.

Henry Keilrahmen sind rauer geworden und meine Lieblingsbespannung bei angefertigten Keilrahmen Gospel geht gar nicht mehr.
Für die realistische Malerei brauche ich eine möglichst feine Oberfläche.
Mit Holz komme ich nicht so gut zurecht.
Alu Dibond ist mir suspekt.

Was nehmt ihr? Womit habt ihr gute Erfahrungen gemacht?
 

Mastix

Forum-Guru
Ich bevorzuge selber grundierte Leinwände-also wirklich Leinwand, nicht Baumwolle oder Baumwollgemisch- mit Halbkreidegrund.
 

Bunny0904

Aktives Mitglied
Die letzten Leinwände waren einfache 'echte' Leinwände die ich nochmals mit Gesso grundiert habe. Allerdings mittels Silikonschaber damit ich eine feine Oberfläche bekomme auf der ich bei Bedarf die Farbe hin und her schieben kann. Das war dann immer so wie Eierschalen vom Anfassen her.
Danach eine warme und dunkle Imprimitur drauf geknallt und los gings.
Für Portraits fand ich das gut und leicht zu bemalen, ich hatte nicht das Gefühl das ich beim Malen nur grundiere und das war es was ich erreichen wollte.
Statt Gesso geht aber wohl auch Leimfarbe was nicht viel anders sein dürfte als Mastix' Halbkreidegrund, eben Kreide und Leim. Dessen bin ich mir aber nicht sicher da ich immer Gesso benutzt hab.
 

Johndell

Senior Mitglied
Puh ist schon länger her als ich mich damit beschäftigt habe und lange recherchiert habe. Irgendwo noch zu Atisches Zeiten hatte ich Verlinkungen mit Quellen angeben gehabt.

Meine Recherche hatte ergeben das paradoxerweise Baumwolle langlebiger ist als Lein, dem wurde verblüffenderweise eine viel längere haltbarkeit nachgesagt. Aber warum empfehlen immer alle Lein? Der Punkt ist das Lein sich kaum deht und lange stabil bleibt, während Baumwolle zwar langlebiger ist aber sich deht und somit das Gemälde ruinieren kann.

Dann habe ich gelesen das viele auf Nylon schwören und auch da haben labortests bestätigt dass es extrem langlebig ist, und sich zugleich keinen Millimeter deht. Ich hatte da den Entschluss gefasst Mischgewebe zu gebrauchen, was vielleicht billig klingt aber doch sehr effizient ist. Wenn Nylon mit in der Baumwolle verstrickt ist, hindert es die Baumwolle sich zu dehnen und bleibt stabil. Hmm, die frage ist ob Billig doch auch besser sein kann.

Und dick muss die sein, ich male ja nicht wahnsinnig große Gemälde aber dicke Leinwände geben mir noch ein besseres Gefühl.
 

Lillemut

Senior Mitglied
Vielen Dank für eure Antworten.
Meine bestellten Leinwände sind jetzt da und nun wird getestet.

Wenn ich euch richtig verstehe, dann sind echte Leinwände Rohgewebe, die ihr dann selber grundiert und eventuell selber aufspannt.
Dazu zählt keine Baumwolle, die seit dem 18. Jahrhundert in der Malerei verwendet wird.

John es ist interessant, dass du Nylon erwähnst.
Neben den drei Geweben, die ich bestellt habe, hatte ich noch eine Vierte im Blick.
Dann habe ich gelesen Polyester und war gleich abgeschreckt.
Nun werde ich mir es doch einmal genauer ansehen.

Das mit der dickeren Leinwand kenne ich. Bislang war alles über 400g.
Gerade habe ich eine von 260g vor mir. Sonderbar leicht, aber für ein kleines Format und die Oberfläche fühlt sich sehr gut an.
Nicht ganz so wie Eierschale, aber doch sehr fein.

Leinen, Baumwolle, Holz, Alu Dibond und Polyester.
Dazu die unterschiedlichen Grundierungen.
Da wird die Entscheidung nicht leichter. Bleibt doch nur ausprobieren und sehen, mit was man am besten zurecht kommt. Das mache ich mal zur Aufgabe für dieses Jahr.
Dann kommen bestimmt noch konkretere Fragen zum Grundieren. :blush:

Heute starte ich den Test mit 260g Baumwollstoff Nova Plus.
 

Johndell

Senior Mitglied
Ich finde testen immer sehr schwierig… Gut, wie es sich drauf malen lässt und ob sich das gut anfühlt ist okay, aber der andere Punkte ist die Haltbarkeit. Da du große Bilder malst ist 260 gr fast schon auszuschließen, da würde ich auf jedenfalls bei 400+ bleiben.

Ich grundiere selbst keine Rohleinwände, habe ich probiert ist aber sehr aufwendig. Die ersten male macht es Spaß und wenn es zu Routine wird, nervt es. Aber ich gehe auf die fertigen Leinwande denn noch mit einer Grundierung rüber und schleife sie so wie ich sie haben will. Es ist gut wenn man einen Signatur Primer hat an den man sich gewöhnen kann und der immer gleich ist, egal auf welcher Leinwand man auch arbeitet. Dieser bildest ja irgendwie immer das gewohnte Gefühl, ohne dass man merkt um welches Material es sich handelt. Da hat irgendwo jeder andere vorliebe, ich mag die Leinwand auch super glatt und nicht saugend. Ein Oilprimer bietet durch das Harz auch nochmals eine guten Untergrund, der so hart ist dass sich nichts mehr dehnt.
 

jobr

Aktives Mitglied
Da du große Bilder malst ist 260 gr fast schon auszuschließen, da würde ich auf jedenfalls bei 400+ bleiben.
Ja, das sehe ich auch so, z.Z. male ich auf 450gr Baumwollgewebe.
Aber mindesten so wichtig, wenn nicht noch wichtiger, ist die Qualität der Keilrahmen-Leisten.
Die Hälfte meiner Billig-Leinwände sind hoffnungslos verzogen, weil da schlecht- oder nicht-gelagertes Holz verwendet wurde und die Leisten eh zu schwach sind für diese Zugkräfte bei neuerlichem Grundieren.

Mischgewebe mit Kunststoffen (Nylon,Polyester) wird (z.B. von Boesner) nicht für Ölfarbe empfohlen, da die Kunststoffe von den Lösungsmittel in den Ölfarben mit der Zeit zersetzt werden - mehrfache Grundierung kann da etwas schützen.
Für Acryl sind sie aber sicher optimal.
 

Mastix

Forum-Guru
Stimmt. Die Leisten sind auch so ein Ding. Ich bestelle sie immer so wie ich sie brauche. Haben sich noch nie verzogen. Also ich kaufe nie Fertigleinwände. Ach und ich kaufe Portraitleinwand. Die ist feiner gewebt und wenn sie mit Gesso oder Halbkreidegrund bearbeitet ist, ist die eigentlich spiegelglatt. Von den Schleifriefen die man selber reindonnert mal abgesehen. Ich bin da etwas...nunja, schlampig wenn es ums Schleifen geht.
 
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